1. Saarland

Turner lassen sich nicht von Petrus vertreiben

Turner lassen sich nicht von Petrus vertreiben

St. Wendel. Die Menschen schieben sich in die Halle des Sportzentrums St. Wendel, obwohl drinnen kaum mehr Platz ist. Dabei steht die Hälfte der Leute, die soeben am Festumzug durch die Stadt teilgenommen haben, noch draußen. Doch alles Programmkürzen, Schieben und Verteilen hilft nichts. 750 Teilnehmer plus Zuschauer sind einfach zu viel. Um 15

St. Wendel. Die Menschen schieben sich in die Halle des Sportzentrums St. Wendel, obwohl drinnen kaum mehr Platz ist. Dabei steht die Hälfte der Leute, die soeben am Festumzug durch die Stadt teilgenommen haben, noch draußen. Doch alles Programmkürzen, Schieben und Verteilen hilft nichts. 750 Teilnehmer plus Zuschauer sind einfach zu viel. Um 15.30 Uhr bleibt Kurt Bohr, Präsident des Saarländischen Turnerbundes (STB), nichts anderes übrig, also den Festnachmittag trotz Regens nach draußen ins Stadion zu verlegen. Hubert Zimmer, Leiter der Polizei in St. Wendel, erklärt diese Entscheidung der Polizei: "Das war viel zu gefährlich in der Halle. Die Luft wurde knapp. Wenn einem Kind dann was passiert, bricht schnell Panik aus." Die Teilnehmer und Zuschauer in der Halle applaudieren und stürmen ins Freie. Auch wenn nach Aussage des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr niemand in der stickigen Halle umgekippt ist, die frische Luft wirkt befreiend. Auch vom Nieselregen lassen sich die hartgesottenen Turner und Turnfestteilnehmer nicht unterkriegen. "Für die Leute, die so viel vorbereitet haben für das Programm, wäre es schlimmer gewesen, wenn sie nicht hätten auftreten können", meint Kurt Bohr. Er und das Organisationsteam hatten die Show am Sonntagmorgen nach durchregneter Nacht zunächst in die Halle verlegt. Licht und Schatten des Festnachmittags fügen sich in die Gesamtbilanz des 19. Landesturnfests. Sportlich und bis auf kleinere Pannen auch organisatorisch ein Höhepunkt, das Showprogramm und alle Vorführungen auf höchstem Niveau. Doch in der Nachfrage, sowohl bei der Turnfestakademie, als auch den Mitmachangeboten, ein dickes Minus. Viele Angebote der Turnfestakademie hatten mangels Teilnehmern erst gar nicht stattfinden können. Und an vielen Mitmach-Stationen war wenig bis gar nichts los. Selbst bei schönstem Sonnenschein am Samstagnachmittag. "Vor vier Jahren in Saarlouis war mehr los", muss auch STB-Präsident Bohr zugeben. Allerdings habe der STB in diesem Jahr stolze 5000 Teilnehmer bei den Wettkämpfen und Vorführungen gezählt, dazu waren alle drei Show-Abende im Saalbau ausverkauft.Doch dem schlechten Wetter und den "nur" 600 Zuschauern beim Umzug und dem Festnachmittag zum Trotz zeigen die Turner, worauf es ihnen ankommt: auf den Spaß am Sport. Und so stürzen sie sich mit Feuereifer in ihre Vorführungen. In vier Jahren wollen sie wieder dabei sein: in St. Ingbert.