Türkismühler Schüler besuchen "Zeugen eines Zeitzeugen"

Türkismühler Schüler besuchen "Zeugen eines Zeitzeugen"

Türkismühle. Im Rahmen der Zeitzeugenbegegnungen an der Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle besuchten Schüler der Klassenstufe neun sowie der Stolperstein-AG die Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler, um dort die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch kennenzulernen. Ermöglicht wurde die Fahrt durch die tatkräftige Unterstützung des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel

Türkismühle. Im Rahmen der Zeitzeugenbegegnungen an der Gesamtschule Nohfelden-Türkismühle besuchten Schüler der Klassenstufe neun sowie der Stolperstein-AG die Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler, um dort die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch kennenzulernen. Ermöglicht wurde die Fahrt durch die tatkräftige Unterstützung des Adolf-Bender-Zentrums in St. Wendel. Die Schüler trafen sich im "Raum der Begegnung" mit der Witwe von Alex Deutsch, Doris Deutsch, sowie mit Reinhold Strobel, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Alex-Deutsch-Schule. Deutsch und Strobel bezeichnen sich als "Zeugen eines Zeitzeugen", da Alex Deutsch 2011 im Alter von 97 Jahren verstorben ist."Lasst euch nicht hineintreiben in Hass und Gewalt gegen andere Menschen. Lernt, miteinander zu leben, nicht gegeneinander!", so lautete das Lebensmotto von Alex Deutsch. Bei vielen öffentlichen Auftritten, vor allem auch in Schulen, hat er zu Lebzeiten diese Botschaft von einem toleranten Miteinander verbreitet. Im "Raum der Begegnung" an der Alex-Deutsch-Schule hatten die Schüler die Möglichkeit, diese Mahnung zu einem toleranten und mitmenschlichen Umgang miteinander kennenzulernen. So lernten sie die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden zunächst durch einen Dokumentarfilm kennen. Anschließend beantworteten Doris Deutsch und Reinhold Strobel die zahlreichen Fragen der Schüler zu seinem Leben und Schicksal. Zudem ist im "Raum der Begegnung" die Ausstellung "Ich habe Auschwitz überlebt" integriert, bei der auf neun Schautafeln das Leben und Leiden von Alex Deutsch dokumentiert ist. Beeindruckt zeigten sich die Schüler vor allem von der Tatsache, dass Alex Deutsch, obwohl während des Holocaust seine erste Frau Thea sowie sein damals zweijähriger Sohn Denis von den Nationalsozialisten ermordet wurden, seinen persönlichen Hass auf die Mörder seiner Familie überwinden konnte und sich stattdessen für einen gewaltfreien, toleranten Umgang eingesetzt hat. Dass es nicht vergessen wird und dass es sich nicht mehr wiederholen kann, das war ein Hauptanliegen von Alex Deutsch. Ein Anliegen, das den Schülern auch noch nach seinem Tod durch den Besuch an der Alex-Deutsch-Schule eindrucksvoll vermittelt werden konnte. red

Mehr von Saarbrücker Zeitung