1. Saarland

Türkischer Tag im Saarbrücker DFG

Fest im Saarbrücker Deutschmühlental : 10 000 Menschen besuchen türkischen Tag im DFG

Auf keinen Fall solle es heute um Politik gehen, das war der einhellige Tenor von Veranstaltern und Ehrengästen bei der 14. Auflage des türkischen Tags im deutsch-französischen Garten. Und schon gar nicht um Religion, auch das war sehr häufig zu hören.

Es solle ein friedliches Fest sein im Sinne der Völkerverständigung – und so wurde anfangs sogar Nicoles Grandprix-Gewinnersong „Ein bisschen Frieden“ abgespielt.

„Das Lied spielen wir für alle. Mit dem Fest wollen wir ein Zeichen setzen, dass auf der ganzen Welt Frieden herrscht“, meinte einer der beiden Hauptorganisatoren, Kadir Çetin. Er ist Vorsitzender des türkischen Elternbunds in Saarbrücken. Mitorganisator war Erkan Kahveci, Vorsitzender des saarländischen Landesverbands von Ditib, der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion, wie die etwas holprige Übersetzung lautet. Auch Kahveci betonte, dass die religiösen Aspekte an diesem Tag keine Rolle spielen sollten, heute wolle man ein rein kulturelles Programm feiern.

Zu Beginn des Festes stand der Festzug der Kinder, die hauptsächlich mit türkischen Fahnen auf die Bühne kamen. Nach der traditionellen Schweigeminute und dem Abspielen der deutschen und der türkischen Nationalhymne sprachen zunächst die Veranstalter ihre Grußworte. Çetin spielte auf das Motto der Landesregierung an, dass Großes immer im Kleinen entstehe – letztlich, so schätzte er am Ende des Fests, waren um die 10 000 Menschen in den deutsch-französischen Garten gekommen. Dafür, dass das Fest von gerade mal acht Personen im Organisationskomitee gestemmt wurde, war das sehr beachtlich – da stimmte das saarländische Motto in der Tat.

20 ganz unterschiedliche Vereine waren allerdings auch in die Organisation mit eingebunden, neben Ditib und Elternbund waren das Sportvereine, die kemalistische Organisation Atatürkçü Düsünce Dernegi oder die islamische Gemeinschaft Millî Görüs. Çetin beschwor in seiner Ansprache den Dialog der Kulturen, die Überwindung des Trennenden und die gegenseitige Annäherung. Die türkische Generalkonsulin für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Sibel Müderrisoglu, sagte in ihrer zweisprachigen Rede, das Fest sei eine wichtige Farbe im multikulturellen Leben des Saarlands. Als Vertreter der Landesregierung begrüßte Klaus Kunz, der Leiter der Stabsstelle Integration im Sozialministerium, die Anwesenden. Zuvor hatte er noch gescherzt: „Der Fußballgott hat der Türkei ein 2:0 gegen Frankreich geschenkt und die saarländische Landesregierung hat das schöne Wetter mitgebracht.“ In seiner Rede sagte er, dass das Fest die Freundschaft zwischen den Saarländern und den Menschen aus der Türkei verfestige. Die Veranstaltung sei ein deutliches Beispiel dafür, dass die Integration im Saarland gut funktioniere.

Allerdings: Allzu viele nicht Türkischstämmige waren bei dem Fest nicht zu sehen. Die Stars waren auch eher solche der türkischen Gemeinschaft: Die bekannte Rockgruppe Grup Ayna und der in Mannheim lebende Moderator By-Kus. Aber auch die Vorführung des Völklinger Tanzstudios Marco Twist sorgte für viel Aufsehen. Daran nahmen auch viele Kinder teil, ein Aspekt, der bei dem Fest im Vordergrund stehen sollte.