1. Saarland

Trotz Rente immer noch aktiv

Trotz Rente immer noch aktiv

Hoof. Mehr als 22 Jahre hat sich Engelbert Schreiner aus Hoof als Leiter der Altenhilfe des Hospitals in St. Wendel intensiv um die Altenpflege gekümmert und dort für viele Veränderungen gesorgt. "Ich kam aus der Behindertenhilfe in die Altenhilfe", erinnert sich Schreiner an die Anfänge. "Das war eine eigene Welt

Hoof. Mehr als 22 Jahre hat sich Engelbert Schreiner aus Hoof als Leiter der Altenhilfe des Hospitals in St. Wendel intensiv um die Altenpflege gekümmert und dort für viele Veränderungen gesorgt. "Ich kam aus der Behindertenhilfe in die Altenhilfe", erinnert sich Schreiner an die Anfänge. "Das war eine eigene Welt." Von neuen Entwicklungen damals - Anfang der 90er Jahre - kaum eine Spur. "Es gab die Altenheime - und das war es dann." So begann eine jahrelange Arbeit, mit der der 63-Jährige bis heute nicht abgeschlossen hat. "Das Wichtigste für mich war es, die alten Menschen so lange wie möglich zu Hause zu lassen, in ihrer vertrauten Umgebung." Dafür sei die Entlastung der pflegenden Angehörigen wichtig gewesen.Es kam zur Schaffung von Tagespflegeplätzen, als teilstationärer Pflegeform von morgens bis nachmittags. "Dadurch wuchs die Pflegebereitschaft in der Familie", erzählt Schreiner. "Wir fingen damals auch als Erste mit dem betreuten Wohnen an." Aus acht Wohnungen zu Beginn wurden über einhundert bis heute. "Das war alles noch Pionierzeit", erinnert sich Engelbert Schreiner. Parallel dazu sei die Kurzzeitpflege eingeführt worden, die erste im Saarland. "Es gab Angehörige, die seit Jahren keinen Urlaub mehr hatten", so Schreiner. "Manche schoben seit Jahren eine wichtige Operation vor sich her, weil sie niemanden für die Pflege hatten. Hier bot die Kurzzeitpflege eine große Entlastung." Ein weiteres Anliegen Schreiners war es, möglichst viele Alternativen für das betreute Wohnen im Alter zu entwickeln.

Dabei kann es sich um senioren- und behindertengerechte Wohnungen handeln, die die Menschen auch im Pflegefall behalten können oder um sogenannte Senioren-WGs für jene Menschen, die sich mehr sozialen Kontakt und Kommunikation wünschen. "Ich denke, das ist der Weg in die Zukunft", ist sich Schreiner sicher.

Ebenso wichtig ist für ihn die Lebensqualität jener Menschen, die ins Altenheim müssen. "Das Hospital hat zu 90 Prozent Einzelzimmer, die Menschen wollen ihr eigenes kleines Reich haben." Dazu gehöre aber auch, die Senioren in der Nähe ihrer Familie und Bekannten unterzubringen, die sie somit öfter besuchen können. Desweiteren gibt es im Hospital in St. Wendel einen Fitness-Raum mit Geräten, die speziell für ältere Menschen nutzbar sind und mit Begeisterung angenommen werden. "Die älteste Bewohnerin, die die Geräte nutzt, ist 97", so Schreiner. Es gibt das Projekt "Demenzgarten", wo Demenzkranke Obst und Gemüse ernten und verarbeiten und damit eine sinnvolle Beschäftigung haben. Zu Schreiners Arbeit gehört aber auch die Begleitung beim Sterben, die gemeinsam mit der christlichen Hospizhilfe erfolge. "Bei uns in der Stiftung stirbt kein Mensch allein", betont er.

Seit Februar ist er nun in Rente. Wie fühlt sich ein Mann, der all die Jahre so aktiv war? Der Druck sei weg, erklärt Schreiner. "Vor allem mehr Zeit für die Familie zu haben, ist toll." Doch aktiv bleiben will er weiterhin, und er hat auch schon einiges geplant. Seine Hobbys will er intensivieren, zum Beispiel Langlaufski und Fahrradfahren mit seiner Frau. Reisen nach China sind geplant, wo eine der Töchter oft geschäftlich unterwegs ist. Daneben kümmert sich Schreiner um ein großes Grundstück mit Streuobstwiese und will auch heimischem Wild und Vögeln Zuflucht bieten mit über 200 Buchen, die er angepflanzt hat, und zahlreichen Nistkästen. "Und man muss auch was für den Kopf tun", erklärt er und frischt derzeit seine Englisch- und Französisch-Sprachkenntnisse auf. Dem Hospital bleibt er weiterhin als ehrenamtlicher Helfer treu. "Ich will mich auch weiter in der Altenarbeit engagieren, aber gut dosiert und ohne Stress. Darauf freue ich mich schon."

Er habe viel von älteren Menschen gelernt, so Schreiner, unter anderem den Spruch, dass man alt sei, wenn man keine Aufgabe mehr habe. Wenn es danach geht, ist Engelbert Schreiner noch lange nicht alt.