Chips aus Mexiko „Das geht weg wie warme Semmeln“ – Trendprodukt Takis erobert das Saarland

Saarbrücken · In den großen Supermarktketten gibt es sie noch nicht, aber die kleinen Geschäfte drumherum haben die Chips alle schon. Takis sind im Saarland angekommen. Was es mit dem Produkt auf sich hat.

Takis im Saarland: „Das geht weg wie warme Semmeln“
Foto: Jakob Hartung

„Das sieht echt falsch aus“. Beim Anblick der blau leuchtenden Takis in der Geschmacksrichtung „Blue Heat“ fallen die Reaktionen sehr gemischt aus: „Das sieht so unnatürlich aus“, „sicher voller Chemie“ oder „das esse ich nicht“. Doch trotz, oder vielleicht gerade wegen der ambivalenten Reaktionen, erobern Takis den Einzelhandel aktuell im Sturm.

Takis der Geschmacksrichtung „Blue Heat“ sind besonders scharf.

Takis der Geschmacksrichtung „Blue Heat“ sind besonders scharf.

Foto: Jakob Hartung

Trendprodukt Takis erobert den Einzelhandel im Saarland

Takis sind länglich gerollte Tortillachips. Sie werden von Barcel hergestellt, einer Tochtergesellschaft des mexikanischen Lebensmittelkonzerns Grupo Bimbo. Vor über 20 Jahren gab es sie nur in Mexiko und Mittelamerika zu kaufen. Doch die Maismehl-Chips mit dem intensiven würzig-zitronigen Geschmack verbreiteten sich schnell auch im Rest Amerikas und von dort aus in die ganze Welt.

Über das Internet und speziell TikTok wurden auch hierzulande Teenager auf Takis aufmerksam. Für den 13-jährigen Leo ist es vor allem die knappe Verfügbarkeit, die Takis so interessant macht: „Sie sind selten zu kriegen und schmecken echt geil. Das ist einfach was anderes als bei normalen Chips und deshalb finde ich die lecker.“

Wo gibt es Takis in Saarbrücken zu kaufen?

Bei den großen Supermarktketten ist das Maismehl-Produkt im Sortiment noch eine Seltenheit. „Takis? Was ist das? Ich schau’ mal bei den Chips“, sagt eine Rewe-Mitarbeiterin am Telefon. Fündig wird sie jedoch nicht. Auch bei Globus sind Takis noch kein Thema. „Danke für den Tipp, wir werden uns bemühen, diese ins Sortiment aufzunehmen“, sagt ein Sprecher auf SZ-Anfrage.

In Saarbrücken haben kleinere Lebensmittelgeschäfte den Trend früher erkannt – und machen damit ein großes Geschäft. „Die Kunden haben uns verrückt gemacht. Ganz viele junge Leute haben immer wieder nach Takis gefragt“, sagt der Betreiber eines Obst- und Gemüsehändlers in Saarbrücken, der seinen Namen nicht in der SZ lesen möchte.

Takis: Verkaufsschlager für fünf Euro die Tüte

„Eine Tüte Chips für 5 Euro und die gehen weg wie warme Semmeln“, sagt er leicht ungläubig. Er würde die aus Amerika importierten Takis von einem Mannheimer Lieferanten für 3,50 die Packung Euro bekommen. „Ich hab’ die Takis jetzt in 1A-Lage direkt an die Kasse gestellt und muss direkt eine neue Palette kaufen“, sagt der Einzelhändler.

Es seien besonders die kleinen und meist migrantischen Geschäfte, die schneller auf Trends reagieren würden. „Das ist der Markt. Hier in der Innenstadt haben alle ausländischen Geschäfte Takis im Sortiment. Im türkischen Fernsehen läuft viel Werbung für die Chips. Aber auch der Asialaden um die Ecke hat Takis“, erklärt der Obst- und Gemüsehändler.

Und tatsächlich kann von knapper Verfügbarkeit in der Saarbrücker Innenstadt keine Rede mehr sein. Bei Frischkauf am Beethovenplatz gibt es Takis in den Geschmacksrichtungen „Fuego“ und „Blue Heat“. Bei Yüksel City in der Viktoriastraße sind sie gerade ausverkauft und bei Saar Point in der Eisenbahnstraße steht eine neue Palette direkt neben der Kasse.

Takis – so ungesund ist das Trendprodukt

Von den großen Supermärkten ist inzwischen auch Edeka Lonsdorfer in der Mainzer Straße auf den Zug aufgesprungen. Seit Kurzem hätten sie auch Takis im Sortiment. Doch nicht, weil so viele Kunden danach gefragt hätten. „Wir haben unser Sortiment erweitert und führen jetzt mehr amerikanische Produkte“, sagt ein Sprecher.

Die Chips dürften also bald auch in vielen deutschen Supermarktregalen stehen. Jugendliche und interessierte Erwachsene könnten sich über die Ergänzung im Chipsregal freuen. Doch gesund sind Takis nicht, wie ein Blick auf die Inhaltsstoffe schnell deutlich macht. Die Chips sind zu fettig, zu salzig und enthalten viele künstliche Zusatzstoffe, wie die Ernährungsapp Yuka auflistet. Zwei davon werden sogar als bedenklich eingestuft: Der Zusatzstoff E319 ist im Verdacht krebserregend zu sein und Natriumglutamat fördert Übergewicht und erhöht das Risiko für Diabetes.