1. Saarland

Trakoren längst kein altes Eisen

Trakoren längst kein altes Eisen

Dörrenbach. Das Kennzeichen 340 DN 57 an dem 56 Jahre alten Traktor des Typs IHC Cormick fiel gleich auf, weil es kein deutsches war. Sein Besitzer Albert Schmidt wohnt nämlich in Robling im Elsass. Es war das einzige Fahrzeug, das aus dem französischen Nachbarland zum fünften Schleppertreffen nach Dörrenbach gekommen war

Dörrenbach. Das Kennzeichen 340 DN 57 an dem 56 Jahre alten Traktor des Typs IHC Cormick fiel gleich auf, weil es kein deutsches war. Sein Besitzer Albert Schmidt wohnt nämlich in Robling im Elsass. Es war das einzige Fahrzeug, das aus dem französischen Nachbarland zum fünften Schleppertreffen nach Dörrenbach gekommen war. Ehrlich gab der Fahrer zu, dass er den rund 50 Kilometer weiten Weg von Robling aus nicht mit dem Traktor gefahren war. Auf einem Anhänger hatte er ihn bis zum Dörrenbacher Ortsrand transportiert. Dann tuckerte er mit seinem fünfjährigen Sohn Cyprien, der auf der Holzpritsche saß, zum Reihersrech hinüber. "Es ist ein unverbasteltes Original, nur geölt und geputzt", erzählte der stolze Besitzer. Der 22 PS starke Cormick fährt mit einem von einem Benzin- und Petroleumgemisch angetriebenen Motor, der früher in einen Simca-Pkw eingebaut war.Nach ihrem einstündigen Korso durch Dörrenbach, angeführt von einem von zwei süddeutschen Halbblutpferden gezogenen Leiterwagen von Helmut und Heike Jung, stellten sich die 80 größtenteils historischen Fahrzeuge auf der Wiese am Reihersrech in Reih und Glied auf und ließen sich von den Besuchern bewundern. Die Fabrikate reichten von Lanz, Fendt und Deutz über Kramer, Eicher und Hanomag bis zu Normag, Güldner und MAN. "Ohne Mucken und Tücken ist mein Hanomag in 45 Minuten von Altenkirchen bis hierher gefahren", verkündete Alois Bauer ganz stolz. Der Traktor ist Baujahr 1957, hat 12 PS und 510 Kubikzentimeter Hubraum. "Regelmäßig fahre ich damit zu meinen Schafen auf die Weide und in den Wald zum Holzmachen. Noch nie ist er ausgefallen."

Das konnte ein Hanomag-Besitzer aus Winterbach am Sonntag von seinem Fahrzeug nicht behaupten. Auf dem Weg nach Dörrenbach blieb der Schlepper im St. Wendeler Industriegebiet wegen eines Defektes liegen. "Nächstes Jahr bin ich hier aber auf jeden Fall dabei", versicherte der Winterbacher.

Vielen Fahrzeugen sah man ihr Alter an. Dem Lanz des Baujahres 1965 von Alfons Haupenthal aus Rohrbach im Kreis Birkenfeld allerdings nicht. Glänzend poliert stand er da wie neu.

Etwa 20 Besitzer von alten Schleppern waren schon am Freitag oder Samstag nach Dörrenbach gekommen und zelteten am Reihersrech. Raimund Benoist, der Vorsitzende des Dörrenbacher Heimatbundes, freute sich über die große Resonanz: "Diese Schleppertreffen leben vom Gedankenaustausch und von den vielen Fachgesprächen untereinander." Am Sonntagnachmittag zeigte ein örtlicher Holzbetrieb den Besuchern den Umgang mit dicken Stämmen.

Auf einen Blick

Die Besucher des Schleppertreffens wählten das beliebteste Fahrzeug, wobei es zwei Sieger gab: Anja Rohr aus Dörrenbach mit ihrem Deutz, 85 PS, aus dem Jahre 1979 und Gunther Jung aus Ramsen mit seinem Magirus Deutz, 125 PS, Baujahr 1967. Weiteste Anreise: 1. Thomas Schuler, Dirmstein; 2. Guido Brosen, Oberhosenbach; 3. Manuel Kaiser, Rodenbach. Älteste Fahrzeuge: 1. Gunther Jung, "Normag", Baujahr 1940; 2. Christoph Theobald, "Eicher", Baujahr 1950; 3. Ralf Cybulski, "Allgaier", Baujahr 1950. gtr