Training für die Seele

Überherrn. Mit Blick auf die zunehmende Zahl von psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern hat der Verwaltungsdirektor der psychosomatischen Klinik im Überherrner Ortsteil Berus, Arno Prem, den Gesetzgeber aufgefordert, mehr Geld aus der Rentenversicherung für Rehabilitationsmaßnahmen bereitzustellen

 Seit 25 Jahren Anlaufstelle für Menschen mit psychosomatischen Beschwerden: die AHG Klinik Berus. Foto: Thomas Seeber

Seit 25 Jahren Anlaufstelle für Menschen mit psychosomatischen Beschwerden: die AHG Klinik Berus. Foto: Thomas Seeber

Überherrn. Mit Blick auf die zunehmende Zahl von psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern hat der Verwaltungsdirektor der psychosomatischen Klinik im Überherrner Ortsteil Berus, Arno Prem, den Gesetzgeber aufgefordert, mehr Geld aus der Rentenversicherung für Rehabilitationsmaßnahmen bereitzustellen. "Die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht leisten, weder aus ethischen noch aus ökonomischen Gesichtspunkten, auf erfahrene und qualifizierte Arbeitskräfte zu verzichten, die nach einer erfolgreichen Reha-Maßnahme nochmals leistungsfähig sein können", sagte Prem gestern beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen der "AHG Klinik Berus - Europäisches Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin".Die Klinik gehört zur Allgemeinen Hospitalgesellschaft (AHG), einem Familienunternehmen mit Sitz in Düsseldorf. Sie hat 160 Plätze und 150 Beschäftigte. Nach Berus kommt, wer an einer Krankheit leidet, die auf seelische oder soziale Belastung zurückgeht. Die Therapeuten sind auf Felder spezialisiert wie depressive Störungen, Angst oder Essstörungen. Bundesweit Bekanntheit erlangte die Klinik mit ihren Konzepten bei Mobbing, Burnout-Symptomen (arbeitsbedingte seelische Erschöpfung), bei Tinnitus oder posttraumatischen Belastungsstörungen.

Ziel der Therapeuten ist vor allem, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen. Deswegen zahlt überwiegend die Rentenversicherung die Kosten. Grundformel der Therapeuten: Verhalten im weitesten Sinne wirkt sich auf die Gesundheit aus - also wird am Verhalten gearbeitet.

Berus ist laut Gesundheitsminister Georg Weisweiler die einzige psychosomatische Klinik in Deutschland, die ein komplettes Angebot auch für französischsprachige Patienten vorhält. 15 Prozent der Klienten kommen aus Frankreich, Luxemburg und Belgien.

Nach Angsterkrankungen in den 90er Jahren kommen seit etwa fünf Jahren vermehrt Patienten mit depressiven Erkrankungen nach Berus, die sich auf Faktoren im Berufsleben zurückführen ließen, sagte Verwaltungschef Prem. Für knapp ein Drittel der jährlich rund 1500 Patienten erstelle die Klinik Gutachten über ihre weitere Arbeitsfähigkeit. Zu diesen Krankheitsbildern gehören auch das Burnout-Syndrom oder Auswirkungen von Mobbing.

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