Traditionshaus schließt die Pforten

Traditionshaus schließt die Pforten

Heusweiler. Dass die FDP 1968 Walter Scheel zum Bundesvorsitzenden wählte, damit hat die Eröffnung des Heusweiler Restaurants Dhonau nun wirklich nichts zu tun. Obwohl Wolfgang Dhonau schon damals Mitglied in dieser Partei war. Jetzt, nach 42 Jahren, schließt das Traditionshaus am 15. Dezember seine Pforten

Heusweiler. Dass die FDP 1968 Walter Scheel zum Bundesvorsitzenden wählte, damit hat die Eröffnung des Heusweiler Restaurants Dhonau nun wirklich nichts zu tun. Obwohl Wolfgang Dhonau schon damals Mitglied in dieser Partei war. Jetzt, nach 42 Jahren, schließt das Traditionshaus am 15. Dezember seine Pforten. Nicht vielen Gastronomen gelingt es, wie Gudrun und Wolfgang Dhonau, ihren Betrieb über eine Zeitspanne von mehr als vier Jahrzehnten erfolgreich zu führen.

"Aber jetzt ist Schluss; wir gehen in den Ruhestand", erklärt das Ehepaar. Dhonau erlernte das Kochhandwerk, zwischen 1955 und 1958 im Saarbrücker Ratskeller, damals eine der besten Adressen. Danach führte ihn sein beruflicher Werdegang über Edenkoben, Basel, Locarno und Lugano bis an die ligurische Küste, nach Genua. Aber anders als man meinen könnte, war und ist die Küche von Dhonau nicht italienisch geprägt. "Wir haben uns immer an unseren Nachbarn, den Franzosen, orientiert. Diese Küche ist ja auch nicht schlecht", erzählt der Küchenmeister, der übrigens sieben Lehrlinge erfolgreich ausgebildet hat. Das kleine, aber feine Restaurant Dhonau in der Richard-Wagner-Straße mit seinen 35 Plätzen lebt von seiner urgemütlichen und familiären Atmosphäre. Gudrun Dhonau hat, als eine Art Alleinstellungsmerkmal, die langen Fensterfronten in eine Art Biotop verwandelt. Zuweilen könnte man annehmen, sich in einem Gewächshaus zu befinden, so üppig grün und kräftig sind die Pflanzen am Fenster gewachsen.

Früher hatten die Dhonaus viele Gäste, die aus den umliegenden Betrieben kamen. "Manch ein Geschäft ist bei uns abgeschlossen worden", erinnert sich das Ehepaar. Nach und nach wurden es immer weniger Unternehmen. Gerne erinnert sich Dhonau an die Grube Schäfer oder die SKF, "alle weg". Trotzdem haben es die beiden Gastronomen geschafft, ihren Betrieb erfolgreich zu führen.

Das, was an einer Stelle weggebrochen sei, habe man sich an anderer Stelle, wie zum Beispiel im Catering-Bereich, zurückerobert.

"Wir können unsere Firma guten Gewissens an einen Nachfolger übergeben", berichten nicht ohne Stolz Gudrun und Wolfgang Dhonau. Ein passender und kompetenter Pächter wird noch gesucht. "Wir gehen mit einem lachenden und weinenden Auge", so Dhonau. Das lachende sei größer. "Mit fast 70 Jahren sollte man schon ans Aufhören denken". Ab 15. Dezember werden sich die Dhonaus mehr ihren drei Enkelkindern und ihrem Hobby, der Imkerei, widmen.