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Tourismus-Akteure ohne Konzept?

Tourismus-Akteure ohne Konzept?

Regionalverband. Die vom Regionalverband in Auftrag gegebene "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" bringt es an den Tag: Die Tourismusförderung im Großraum Saarbrücken hat große Mängel. Gleich drei Akteure sind hier tätig: Der Regionalverband, die Kongress- und Touristik Service Region Saarbrücken GmbH (Kontour) und die zehn Kommunen

Regionalverband. Die vom Regionalverband in Auftrag gegebene "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" bringt es an den Tag: Die Tourismusförderung im Großraum Saarbrücken hat große Mängel. Gleich drei Akteure sind hier tätig: Der Regionalverband, die Kongress- und Touristik Service Region Saarbrücken GmbH (Kontour) und die zehn Kommunen. Doch sie arbeiten offenbar nebeneinanderher. So urteilen die Gutachter der ift Freizeit und Tourismusberatung GmbH in Köln: "Es gibt keine klar definierte Aufgabenverteilung." Auch ein gemeinsames Vermarktungskonzept fehle. Also müssten Regionalverband, Kontour und auch die Tourismuszentrale Saarland stärker zusammenarbeiten. Die Kontour ist die Vertriebsgesellschaft für Kongresse und Tourismus, an der unter anderem der Verkehrsverein und der Regionalverband beteiligt sind.Die ift sieht durchaus Chancen, Touristen in den Großraum Saarbrücken zu locken. 492 000 Übernachtungen wurden im Jahr 2009 laut der Studie im Regionalverband gezählt. Damit es mehr werden, müsse die Region stärker mit ihrer Nähe zu Frankreich werben. Die ift schlägt unter anderem vor, ein Haus der deutsch-französischen Geschichte einzurichten.

Um den Kultur- und Städtetourismus anzukurbeln, sollten wichtige Kulturorte in der Region - wie beispielsweise die Wintringer Kapelle in Kleinblittersdorf - aufgewertet werden. Auch in die Salzhäuser in Sulzbach und das Jagdschloss Karlsbrunn müsse investiert werden. Zentrale Bedeutung hat für die Gutachter aber das umstrittene Projekt "Stadtmitte am Fluss". In der Saarbrücker Innenstadt würden nach ihrer Ansicht ein neuer "Erlebnisraum" mit weniger Lärm und eine Flaniermeile am Fluss entstehen. Außerdem habe Saarbrücken mit Museen, Theatern und dem Schloss weitere Anziehungspunkte für Touristen zu bieten.

Damit das Kongressgeschäft besser läuft, schlägt die ift vor, auf dem Gelände der Saarmesse ein Tagungszentrum zu bauen. Denn Messen würden immer öfter mit Kongressen und Tagungen verbunden. Auch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte oder das Casino auf den Saarterrassen sollten stärker als Tagungsorte genutzt werden. Beim "Aktivtourismus", dazu gehören Wandern und Radfahren, schlagen die Gutachter vor, ebenfalls mit dem Pfund "Grenznähe zu Frankreich" zu wuchern - zum Beispiel mit einem deutsch-französischen Wanderweg. Das grenzüberschreitende Radwegenetz Velo visavis müsse ausgebaut werden. Und auch das Thermalbad Rilchingen-Hanweiler, das zurzeit gebaut wird, liegt ja an der Grenze und könnte viele gesundheitsbewusste Menschen anziehen.