Töpfer in der Region lassen sich über die Schultern blicken

Töpfer in der Region lassen sich über die Schultern blicken

Urweiler. Seit 2006 findet jährlich am zweiten Märzwochenende der Tag der offenen Töpferei statt, dieses Jahr am 10. und 11. März. Bundesweit nehmen Töpfereien an diesem Aktionstag teil, um für ihre Arbeit zu werben. Jedes Bundesland hat einen Ansprechpartner, der ehrenamtlich Organisation und Werbung übernimmt

Urweiler. Seit 2006 findet jährlich am zweiten Märzwochenende der Tag der offenen Töpferei statt, dieses Jahr am 10. und 11. März. Bundesweit nehmen Töpfereien an diesem Aktionstag teil, um für ihre Arbeit zu werben. Jedes Bundesland hat einen Ansprechpartner, der ehrenamtlich Organisation und Werbung übernimmt. Für die sechs teilnehmenden saarländischen Töpfereien ist in diesem Jahr Katja Junker (46) aus Urweiler zuständig. Die Keramikermeisterin betreibt in der Urweilerstraße eine Töpferei sowie einen Laden. "2011 hat mich der rheinland-pfälzische Organisator der Aktion gefragt, ob ich nicht die Arbeit im Saarland übernehmen wolle. Ich habe zugesagt", erinnert sich Junker. Bereits 2011 nahm sie teil. Rückblickend ist sie mit dem Verlauf zufrieden: "Für das erste Mal war es okay. Auch dank des guten Wetters." Den Besuchern wurde ein Einblick in ihre Arbeit gewährt. Sie konnten sich unter anderem an die Töpferscheibe setzen, um ihre Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. 2012 dürfen sich die Gäste ebenfalls im Drehen versuchen. Dazu sollen Kinder die Möglichkeit haben, Ton-Ostereier zu bemalen. Die Tage der offenen Tür, von zehn bis 18 Uhr, will Junker auch dafür nutzen, ihre Arbeitsweise zu erklären: "Ich will den Leuten zeigen, dass für die Anfertigung eines Gegenstandes viel Handarbeit und Zeit notwendig sind."Junker fertigt vor allem frostfeste Gartenkeramik und Gebrauchsgeschirr an. Dieses wird mit lebensmittelechter Lasur bestrichen. Darauf legt sie besonderen Wert: "Viele billige Teller oder Tassen sind mit bleihaltiger Lasur versehen, weil dafür keine hohen Temperaturen beim Brennen nötig sind."

Die Begeisterung für die Töpferei hat sie von Kindesbeinen an. Ein Verwandter besaß eine Keramikfabrik im rheinland-pfälzischen Höhr-Grenzhausen. Ein Ort, der für seine Keramik-Industrie bekannt ist. Der Verwandte fertigte unter anderem die Weinkrüge für die TV-Sendung "Zum Blauen Bock" an. Junker: "Als Kind war ich oft in der Fabrik. Das Handwerk hat mich fasziniert, so dass ich eine Ausbildung im Bereich der Keramik angefangen habe."

1988 folgte die Gesellenprüfung. Seit 1993 leitet sie den Familienbetrieb in Urweiler. Zusätzlich ist sie circa 15 Mal im Jahr auf Märkten vertreten. Dennoch bezeichnet sie die Töpferei als Nebeneinkommen: "Es handelt sich nun mal um Luxusartikel. Ich mache es hauptsächlich aus Liebe zu meinem Beruf."

Kontakt: Töpferei Junker, Urweilerstraße 37, 66606 St. Wendel, Tel. (0 68 51) 8 47 86, E-Mail: toepferei-junker@t-online.de.

tag-der-offenen-toepferei.de

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