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Tipps für den Teich im Garten

Garten : Badespaß im Garten statt Fernreisen im Trend

Die Terrasse ist verlegt, die Hecke gepflanzt und die Grillstelle gemauert. Jetzt fehlt nur noch das gewisse Etwas im Garten. Dafür bietet sich ein Teich an, gerne mit Bachlauf und Wasserfall. Was es dabei zu beachten gilt, verrät unser Experte für Gartengewässer. Er gibt nützliche Tipps bei Auswahl, Anlage und Pflege für die heimische Oase.

W er an Wasserflächen im Garten denkt, dem kommt unweigerlich der Gartenteich mit dem obligatorischen Goldfisch in den Sinn. Dabei gibt es darüber hinaus eine wahre Fülle an Möglichkeiten, den heimischen Garten mit allerlei Wasserflächen aufzuwerten. Da die Möglichkeiten der Gestaltung schier grenzenlos sind, gilt der Leitspruch eines jeden Designers: „form follows function“, die Form folgt der Funktion.

Man muss sich also als Gartenbesitzer erst einmal darüber klar werden, was man eigentlich haben möchte. Soll es der kleine Springbrunnen an der Terrassenecke sein, ein flaches Zierbecken mit Wasserfontäne, der oben genannte Zierteich mit Goldfischen und Seerosen oder doch eher der ausufernde Schwimmteich mit Bachlauf und Wasserfall? Für Liebhaber des Extravaganten käme aber auch der Biodesign-Pool in Frage, ein Hybrid aus Gartenteich und Schwimmbad. Genauso vielfältig wie die (hier bereits verkürzte) Auswahl sind die Gestaltungsmöglichkeiten. Diese hängen vom zur Verfügung stehenden Platz, den eigenen Vorlieben und natürlich auch vom Budget ab.

„Der Trend geht derzeit klar in Richtung Schwimmteich“, sagt der Garten- und Landschaftsbauer Axel Krämer. Er führt in der dritten Generation den Traditionsbetrieb Wassergärtner Krämer aus Kleinblittersdorf. „Der Garten ersetzt für viele Menschen inzwischen die Fernreise“, weiß der Experte. Deshalb sei es empfehlenswert, die heimische Wasserfläche in Zusammenarbeit mit einem Experten anzulegen. Das kostet zwar etwas mehr, als wenn man den Garten in Eigenregie beackert, dafür schließt man jedoch Fehlerquellen von vorne herein aus. Die können, wenn sie im Nachgang ausgebessert werden müssen, richtig ins Geld gehen und für Frust und Ärger sorgen. Deshalb macht Krämer immer Hausbesuche, schaut sich die Gartenanlage an und gibt – den Wünschen seiner Kunden folgend – Ratschläge, Tipps und Anregungen zur Gestaltung. Hat man sich nun für eine der zahllosen Möglichkeiten entschieden, geht die handfeste Arbeit los. Denn keine Wasserfläche – mit Ausnahme kleiner Springbrunnen – entsteht ohne Erdarbeiten. Vor allem von diesen hängt auch der Endpreis ab, weswegen ein Preisrahmen immer nur individuell genannt werden kann.

Möchte man beispielsweise einen Schwimmteich anlegen, sollte man folgende Faustregeln beachten: Die Breite der Schwimmbahn sollte für eine Person etwa zwei Meter betragen, für zwei Personen genügen rund dreieinhalb. Inklusive seichterem Randgewässer und Uferkante würde der Teich im ersten Fall eine Breite von fünf, im zweiten Falle eine Breite von sieben Metern erreichen. Die Tiefe des Naturschwimmbads sollte zwischen 130 und 150 Zentimetern liegen. So ist die perfekte Balance zwischen baulichem Aufwand, Kosten und einfacher Reinigung gefunden. Die Länge des Teichs ist selbstverständlich flexibel, beträgt aber laut Faustregel immer etwa vier Meter mehr, als die Schwimmfläche lang ist. So ist ein flacher Ein- und Ausstieg gewährleistet. Ein steilerer Rand verbraucht zwar weniger Platz, bedeutet aber mehr Aufwand beim Bauen.

Sind die Erdarbeiten erledigt, wird der Boden des künftigen Teichs mit einer speziellen Folie ausgelegt. Krämer rät hier zu Naturkautschuck, der sogenannten EPDM-Folie. Früher habe man aus Kostengründen PVC-Folie verwendet, diese habe jedoch eine auf maximal 20 Jahre begrenzte Lebensdauer. Danach ist eine Komplett-Erneuerung fällig. Krämer greift bei der Beschreibung der Sachlage zur Metapher: „Was nützt einem das schönste Dach, wenn man am Fundament gespart hat?“

Gleiches gilt übrigens für die Wahl der Pumpe, die dafür sorgt, dass das Wasser im Teich umgewälzt und so mit Sauerstoff versorgt wird. Die Auswahl ist groß, die Preisspanne reicht von einigen hundert Euro bis in den hohen vierstelligen Bereich. Für jedes erdenkliche Anwendungs-Szenario gibt es die passende Pumpe mit entsprechender Durchflussleistung und passendem Zubehör. Ähnlich gestaltet sich die Lage bei den unabdingbaren Filtern, die das Wasser sauber und klar halten sollen. Hier empfiehlt es sich, den Rat von Experten einzuholen, bevor man uninformiert einen Fehlkauf tätigt. An die meisten Pumpensysteme kann man einen Unter-Wasser-Sauger anschließen, der für die Reinigung des Bodens gedacht ist. Damit die Wasseroberfläche frei von Laub und eingewehtem Schmutz bleibt, gibt es sogenannte Skimmer, die den Schmutz absaugen und in einem groben Sieb sammeln. Schwimmteiche sind frei von Wasserpflanzen, allenfalls an den Rändern wird begrünt. Es ist grundsätzlich möglich, Fische in einem Schwimmteich zu halten. Allerdings passt nicht jeder Fisch zu jeder Teichanlage. Insbesondere Kois haben spezielle Bedürfnisse. Auch hier wissen Experten detaillierten Rat.

Ist Ihnen der Schwimmteich zu gewaltig? Dann lohnt sich vielleicht doch eher der kleinere Zierteich mit Fisch und Seerose. Der Bauaufwand ist hier wesentlich geringer. Das schont den Geldbeutel und verringert den Arbeitsaufwand erheblich. Denn ein solcher Teich muss lediglich 80 Zentimeter tief sein, gerne etwas mehr. Grundsätzlich gilt: je größer das Volumen, desto besser. Denn: Ein tieferer Teich friert im Winter nicht zu. Das enthebt den Teichbesitzer von der Notwendigkeit, seine Zierfische im November in ein Aquarium umzusiedeln; die Tiere können draußen überwintern. Außerdem schützt ein größeres Volumen die Fische vor etwaigen Fressfeinden wie Katzen, Fischreihern und Füchsen. Zudem ist es unausweichlich, dass sich eine Gruppe von Fischen im Laufe der Zeit vermehrt. Hat der Teich ein größeres Volumen, muss man seltener Fische aus ihm entnehmen. Beim Zierteich kann die Bepflanzung ruhig etwas üppiger ausfallen als beim Schwimmteich. Wichtig ist vor allem, dass eine ausreichend große Sumpfzone, also flaches Randgewässer bis zehn Zentimeter Wassertiefe, existiert. Dort gedeihen Rohrkolben, Sumpfdotterblumen und Schwertlilien hervorragen. Für die Flachwasserzone bis 40 Zentimeter Wassertiefe empfehlen sich Zwergkalmus und Igelkolben, im tieferen Gewässer wachsen die berühmten Seerosen und auch Arten wie Mummel, Seekanne, Wasserstern oder der etwas exotischere Wassersalat.

Ergänzend sowohl zum Schwimm- wie auch zum Zierteich kann man – bei ausreichendem Platz – einen Bachlauf im Garten anlegen. Auch hier ist Erdaushub angesagt. „Legt man Teich und Bachlauf im selben Arbeitsgang an, kann man den Aushub vom Teich als Einfassung für das Bachbett benutzen“, erklärt Experte Axel Krämer. Andernfalls sei eine Trockenmauer als Begrenzung möglich. Auch hier kommt man an der oben erwähnten Teichfolie nicht vorbei, damit das Wasser unterwegs nicht im Boden versickert. Zusätzlich zum Bachlauf kann das Wasser per künstlich angelegtem Wasserfall in den Teich geleitet werden, das ist optisch schön und erhöht den Sauerstoffgehalt im Wasser.

Gartenserie Foto: Getty Images / istock/ithinksky
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Zierelemente wie Wasserfälle und Bachläufe sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch gut für den Sauerstoffgehalt im Wasser. Foto: Getty Images/iStockphoto/luisrsphoto
Der Klassiker in den Gartenteichen sind die obligatorischen Seerosen. Doch auch andere Wasserpflanzen sind echte Hingucker. Foto: Getty Images/iStockphoto/saiva

Wer sich nicht für eine der vorgestellten Möglichkeiten entscheiden kann oder schlicht keine Lust auf aufwändige Bepflanzung oder Fischhaltung hat, der kann auf einen Biodesign-Pool zurückgreifen. Diese Hybridform zwischen Teich und Pool wird ähnlich einem normalen Schwimmbad angelegt und dann mit Quarzgranulat und Harz versiegelt. Durch ihre Bauart nehmen die Becken im Winter die Eigenschaften natürlicher Seen an. Allerdings ist diese Extravaganz nicht ganz preisgünstig. Laut Krämer kann man ungefähr 1500 Euro pro Quadratmeter Wasserfläche veranschlagen. Zu teuer sei das aber nicht. „Die Menschen geben so viel Geld für Dinge wie Fernseher oder Autos aus, warum nicht für die schöne Gestaltung ihres Gartens“, sagt Krämer. „Der Garten ist nichts anderes als erweiterter Wohnraum.“