Ticketpreise für Bus und Bahn im Saarland bleiben stabil

ÖPNV-Verantwortliche planen : Trotz Antrag – Ticketpreise für Bus und Bahn im Saarland sollen 2020 nicht teurer werden

Die beantragte Erhöhung haben die Verantwortlichen abgelehnt, teilt ein Sprecher des saarländischen Wirtschaftsministeriums mit.

Statt die Preise zum Jahreswechsel um 5,7 Prozent anzuheben, bleibt es vorerst bei den bisherigen Tarifen für Busse und Bahnen im saarländischen Regionalverkehr. Das hat der Zweckverband Personennahverkehr Saarland (ZPS) während einer Verbandsversammlung am Mittwoch (25. September) beschlossen. Eine Erhöhung, wie von den Verkehrsunternehmen beantragt, wird es damit im Saarländischen Verkehrsverbund (Saar-VV) nicht geben, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Saarbrücken am Donnerstag mit.

Die Betreiber hatten mit Blick auf steigende Personalkosten die Fahrpreise im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) anheben wollen. Dem widersprachen die Aufgabenträger. Damit die Unternehmen dennoch nicht auf den Kosten sitzen bleiben,sollen die Aufgabenträger wie Städte, Gemeinden und Landkreise die daraus resultierende Deckungslücke von rund drei Millionen Euro übernehmen.

„Wir wollen das Tarifsystem im Saar-VV einfacher und günstiger machen, um mehr Kunden für den ÖPNV zu gewinnen. Zuvor erstmal die Preise zu erhöhen wäre kontraproduktiv und würde zu weniger Nutzern führen“, ließ Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) dazu mitteilen. Deshalb stelle die Landesregierung im ersten Halbjahr 2020 die Hälfte – 1,5 Millionen Euro – bereit, um die Nullrunde zu finanzieren.

Auch die Landräte und übrigen Aufgabenträger unterstützten das Ansinnen, die Tarife nicht zu erhöhen. Allerdings stehen noch die Entscheidungen der entsprechenden Gremien aus, um die Preise im zweiten Halbjahr 2020 ebenfalls nicht anzuheben.

Der Ministeriumssprecher macht zwei Beispielrechnungen auf: Abokunden bliebe beim landesweit gültigen Bürgerticket Mehrkosten von 91,20 Euro pro Jahr erspart, wenn die Entscheidung wie geplant umgesetzt wird. Schüler müssten bei einer Preiserhöhung für ihre Fahrkarte im Landkreis 40,80 Euro im Jahr mehr bezahlen – was mit der Entscheidung nun verhindert werden soll.