1. Saarland

Teure Freiflächen und ein eingeschränkter Busverkehr

Teure Freiflächen und ein eingeschränkter Busverkehr

Auf die Gedenkminute für den verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Karl-Friedrich Kausch folgten in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Spiesen-Elversberg deutliche Worte zu anstehenden Ausgaben. In der Kritik stand etwa der Wegfall zweier Buslinien.



Die Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend im Spieser Rathaus begann mit einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister Karl-Friedrich Kausch. Dann wurden zügig die ersten Tagesordnungspunkte wie Änderung der Wahlbezirke - in Spiesen und Elversberg werden die Wahllokale von sechs auf fünf reduziert - und die Festlegung der Sitzungsferien abgearbeitet. Auch die Angelegenheiten des EVS (Entsorgungsverband Saar) hinsichtlich der Wirtschaftspläne Abfall und Abwasser nahm der Gemeinderat nach Zwischenfragen zur Kenntnis.

Stimmung kam auf bei dem Thema "Überplanmäßige Ausgaben" bezüglich der Freifläche "Gänsberg 2-8". Hier wurde heftig diskutiert. "Den Betrag von 254 000 Euro für eine Freifläche muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", hieß es. "Hammer hoch zehn".

Trotz dieser hohen Summe hätte der Bauhof einige Arbeiten selbst ausgeführt und auch Material zur Verfügung gestellt. "Es sollen heute Abend nur die Mittel akquiriert werden. Über die Zahlung wird der Bauausschuss beraten", entgegnete Bürgermeister Reiner Pirrung.

Auch bei dem Punkt "Umbau des Feuerwehrgerätehauses" schlugen die Wellen hoch. Die Gesamtmaßnahme mit Dachsanierung, Ersatzgaragen, Umbau im Gebäudeinneren sowie Technik für die Atemschutzwerkstatt werden grob auf 350 000 bis 400 000 Euro geschätzt. Dennis Ditz von der FDP betonte, dass seine Partei hinter der Feuerwehr und den anstehenden Investitionen steht. Er forderte die Verwaltung auf, Fördermittel zu beschaffen, "damit wir auch unseren weiteren Investitionen in Schulen und Kindergärten gerecht werden können".

Erheblichen Zündstoff lieferte dann auch die Mitteilung der Saarbahn GmbH Saarbrücken, die Gemeinde Spiesen-Elversberg ab Dezember 2013 nicht mehr mit den Buslinien 103 und 104 zu bedienen. Die Gemeinde solle prüfen, ob sie das anfallende Kostendefizit von geschätzten rund 75 000 Euro übernehmen könne.

Der Gemeinderat fand es allerdings "lächerlich" und auch "erpresserisch", eine Gemeinde wie Spiesen-Elversberg von der Landeshauptstadt abzuschneiden und, so ein Ratsmitglied, "dass der Bürger noch bezahlen muss, wenn er mit seinem Geld und seiner Arbeitskraft nach Saarbrücken fahren will".