Telefondoktor: Telefondoktor berät heute Abend zu Süchten

Telefondoktor : Telefondoktor berät heute Abend zu Süchten

(red) Der eine kann nicht ohne sein Handy sein, der nächste greift bei Stress zur Zigarette, ein dritter liebt das Gefühl der Entspannung durch ein Glas Wein und andere können ohne Schlafmittel oder Schmerzmittel nicht zurechtkommen. Selbst ist einem meistens gar nicht bewusst, wie abhängig wir auf diese Weise werden: abhängig von bestimmten Stoffen, abhängig von bestimmten Verhaltensweisen, abhängig von bestimmten Ritualen. Bis wann ist das noch normal und ungefährlich? Und ab wann sollte man aufpassen?

Der Weg in eine als Krankheit einzustufende Sucht geht fast immer langsam. Er fängt häufig an mit ganz normalen Verhaltensweisen – zum Beispiel Alkohol bei Partys. Nächste Stufe ist gesteigerter Konsum („Was sind schon zehn Zigaretten pro Tag?“). Und schließlich verliert man zunehmend die Kontrolle über sich und sein Verhalten. Man will und braucht immer mehr. Das Verlangen nach dem Glücksgefühl ist größer als die eigene Vernunft.

Hinter einer Abhängigkeit steht häufig ein starkes Bedürfnis nach Beziehung, Liebe, Glück, Kontakt, Lust, Zufriedenheit. Das Suchtmittel oder Suchtverhalten wird zum Ersatz für diese Gefühle.

Beim Missbrauch von Substanzen (Alkohol, Nikotin, Drogen) kann körperliche Abhängigkeit auftreten. Verhaltenssüchte oder -zwänge wie Spiel- oder Kaufsucht machen zwar nicht körperlich abhängig, sind aber kaum weniger gefährlich. Sie beruhen auf biochemischen Prozessen im Gehirn, von denen man immer mehr haben will.

Im Unterschied zu den vielen anderen Erkrankungen ist bei Abhängigkeit der Verstand ausgeschaltet. Der Suchtkranke kann sich nicht mehr alleine helfen. Deshalb braucht er Hilfe von außen – von der Familie, von Freunden oder professionelle medizinische Hilfe.

Eine kompetente Ärztin freut sich heute Abend darauf, von 18 bis 20 Uhr Ihre Fragen zu beantworten. Telefon (06 81) 502 26 20

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