1. Saarland

Teil fünf der Wander-Serie Die Stausee-Tafeltour Losheim

Rund um den Losheimer See : Idyllische Pfade, verwunschene Ufer

Wasser, Wiesen und Wald: Die Stausee-Tafeltour in Losheim führt nicht nur auf Wegen den See entlang.

Einige der schönsten Wanderungen im Saarland sind als „Tafeltouren“ ausgeschrieben. Das heißt, hier gibt es direkt an der Strecke oder ganz in der Nähe mehrere empfehlenswerte gastronomische Adressen. Das ist derzeit kein Thema, die Hotels und Restaurants sind geschlossen. Natürlich auch am Stausee in Losheim. Auch der Park der vier Jahreszeiten, die Freizeitanlage, der Minigolf-Platz – alles zu.

Aber trotzdem: Die Stausee-Tafeltour ist auch pur ein Erlebnis. Wir können zwar nicht tafeln, dafür aber ausgiebig touren. Denn die rund zehn Kilometer lange Strecke (reine Gehzeit: etwa dreieinhalb Stunden) präsentiert sich abwechslungsreich und kurzweilig.

„Der Losheimer See, verwunschene Bachtäler, idyllische Waldsäume sowie schmale Wiesen und Waldwege lassen die Stausee Tafeltour zu einem perfekten Wandererlebnis werden“, schwärmt auch die Saarland Touristik. Und das Deutsche Wanderinstitut ergänzt: „Großartige Panorama-Aussichten von der Scheidener Höhe sind ein Höhepunkt dieser Tour. Außerdem ist der Weg sehr vielgestaltig über schmale Wald- und Wiesenwege, als Uferpfad entlang des Stausees, durch Streuobstbestände und an Waldrändern entlang gelegt.“

Losheimer-Tafeltour Foto: SZ/Müller, Astrid

Start und Ziel ist die Tourist-Information am Losheimer See, Adresse: Zum Stausee 198, 66679 Losheim am See. Von dort folgen wir dem asphaltierten See-Rundweg rund 200 Meter vorbei am Seehotel. Direkt dahinter geht es auf einem Pfad rechts ab in den Wald und nach etwa einem Kilometer hinunter an den See. Das 31 Hektar große Gewässer, das auf 330 Meter Höhe liegt, ist ein absoluter Höhepunkt dieser Tour: Der Himmel strahlt in hellem Blau, das dunkelblaue Wasser glitzert in der Sonne, Bienen und Hummeln sind auf den Wiesen auf Nahrungssuche.

Vom Stauseerundweg geht es links ab auf einen herrlichen Pfad direkt am Seeufer vorbei und zu einem Biotop. Enten schnattern, die ersten Frösche quaken, der durchdringende Ruf des Grünspechts ist zu hören. Zwischen Uferzone und See-Rundweg müssen wir durch ein sumpfiges Waldstück, das (bei unserem Besuch) nur unzureichend mit Holztrittsteinen ausgelegt ist. Gut, dass wir hohe Wanderstiefel tragen.

Der teilweise matschige Weg mündet wieder auf den Rundweg, wir überqueren eine Brücke und gelangen auf einen weiteren Pfad. Wir erreichen die Kneippanlage mit Barfußparcours, wandern über eine Grasstrecke, die dann in Wald übergeht und vorbei an zwei Lichtungen führt.

Wir überqueren das Bachtal über einen Steg und treffen auf einen Waldweg, der am Bach entlang ansteigt – bis zu einem stark abfallenden, alten Steinbruch.

Obenauf thront eine Sinnenbank, auf der es sich ein Ehepaar aus dem Bliesgau bequem gemacht hat: Familie Gaschott, die Betreiber der Jungholzhütte in Bebelsheim, die auch das traditionelle Bärlauchfest veranstalten (das dieses Jahr ausfallen musste).

Auf einem Pfad durch den schönen Schwarzwälder Hochwald erreichen wir die Landstraße zwischen Losheim und Scheiden, überqueren sie und marschieren durch den Wald, ein kleines Tal mit einer Quelle und gelangen schließlich auf offenes Feld. Über einen Grasweg geht’s bergan über Streuobstwiesen bis nach Scheiden, dem mit 492 Metern höchstgelegenen Ort des Saarlandes. Am Ortsrand stehen drei Sinnenbänke, von dort reicht der Blick über Teile des Saarlandes, Lothringen und Luxemburg.

Von diesem Punkt an geht’s bergab, über Wiesen, an Pferdekoppeln vorbei, dann wieder in den Wald, über einen Graspfad mit Farnen und schließlich wieder zurück zum bei diesem Wetter strahlend blauen Losheimer See.

Die Strecke führt auch durch ein Waldstück. Foto: Thomas Reinhardt

Aktuell gelten im Saarland wegen der Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen. Mehr dazu unter: www.corona.saarland.de