Report der Techniker-Krankenkasse Masern, Mumps, Röteln: Impfquote bei Kleinkindern liegt im Saarland über dem Bundesdurchschnitt

Saarbrücken · Im deutschlandweiten Vergleich schneidet das Saarland gut ab, wenn es um den Impfschutz bei Kleinkindern unter zwei Jahren geht. Dabei legte der Anteil in den vergangenen Jahren noch einmal zu. Was die Spritze gegen Masern betrifft, sehen die Experten einen gesetzlichen Grund für die hohe Quote.

 Impfungen bei Kindern: Das Saarland liegt im Bundesvergleich vorn. (Symbolbild).

Impfungen bei Kindern: Das Saarland liegt im Bundesvergleich vorn. (Symbolbild).

Foto: dpa/Robert Michael

Kinder bis zwei Jahre sind im Saarland häufiger komplett geimpft als im übrigen Bundesgebiet. Gleichzeitig ging der Anteil derer deutlich zurück, die überhaupt keine Immunisierung haben. Auch dieser Wert ist deutlich besser als im deutschlandweiten Vergleich. Das geht aus dem Report der Techniker-Krankenkasse hervor, der sich mit Kindern und Arzneimitteln befasst.

Demnach erhielten 54,3 Prozent der im ersten Halbjahr 2019 geborenen Kinder bis zum zweiten Geburtstag alle 13 Impfungen, die die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt. Dazu zählen unter anderem Impfungen gegen Mumps, Röteln und Masern. In Gesamtdeutschland waren es 51,9 Prozent. 

Erheblich zurückgegangen ist die Zahl derer, die überhaupt keine Impfung erhalten haben. Nur 0,6 Prozent sollen es nach Angaben der Fachleute sein. In Deutschland liegt der Wert erheblich darüber: 2,8 Prozent werden angegeben.

Hier hat die Krankenkasse noch weitere Details: Bei 2016 geborenen Kindern waren noch 2,3 Prozent ungeimpft. Für den Jahrgang 2017 registrierten die Experten 2,1 Prozent. 2018 waren es  sogar 2,4 Prozent gänzlich Ungeimpfte. 

Masern, Mumps, Röteln: So sieht der Impfschutz aus

Besonders hoch liege der komplette Impfschutz bei Masern, Mumps und Röteln. Sie werden laut Techniker-Krankenkasse in der Regel als Kombination verabreicht. Zuletzt lag sie bei 90 Prozent. In den Jahrgängen 2017 und 2018 hatte sie noch 85 Prozent betragen. Das habe aber offensichtlich einen Grund. Denn seit März 2020 gilt die Masernimpfpflicht im Kindergarten und bei Schulkindern.

Die Techniker-Krankenkasse stellte den Report am Mittwoch, 23. Februar, vor. Die Statistiker verglichen nach eigenen Angaben wurden Kinder der Geburtsjahrgänge 2016, 2017, 2018 sowie des ersten Halbjahres 2019 herangezogen. Die Studie bezieht sich auf bei dieser Krankenkasse versicherten Kleinkinder. Weitere Bezugsgröße: Die 13 von der Stiko empfohlenen Impfungen in diesem Alter.

Kinder und Arznei in der Corona-Pandemie

Neben den Impfungen wertete die Krankenkasse den Arzneiverbrauch bei Kindern unter zwölf Jahren aus. Da soll sich das erste Pandemiejahr 2020 ausgewirkt haben. Demnach ging dieser um knapp 40 Prozent zurück. Besonders sei der Einsatz von Fieber- und Schmerzmittel gesunken. Sollen vor dem Corona-Ausbruch 45 Prozent der Kinder solche Medikamente bekommen haben, sei dies auf 29 Prozent gesunken.