Tausende Jahre Geschichte auf 400 Quadratmetern

Tausende Jahre Geschichte auf 400 Quadratmetern

Pachten. Die Tierfiguren sind aus Ton und waren römischen Kindergräbern als Beigabe zugefügt. In weiteren fast zimmerhohen Vitrinen stehen Tonkrüge und liegen alte Münzen, Armringe und Schwerter. Über Treppen und Durchgänge geht es im Pachtener Museum auf zwei Etagen durch die Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Saarlouis. Insgesamt um die 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche

Pachten. Die Tierfiguren sind aus Ton und waren römischen Kindergräbern als Beigabe zugefügt. In weiteren fast zimmerhohen Vitrinen stehen Tonkrüge und liegen alte Münzen, Armringe und Schwerter. Über Treppen und Durchgänge geht es im Pachtener Museum auf zwei Etagen durch die Vor- und Frühgeschichte im Landkreis Saarlouis. Insgesamt um die 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Zahlreiche Modelle vermitteln einen Eindruck von antiken Anlagen. So von der eisenzeitlichen Wehranlage "Birg" bei Limbach und das Pachtener Römerkastell. In einem dämmrigen Raum sind Grabanlagen nachgebildet.Eröffnet wurde das Pachtener Museum 1990 in der Fischerstraße, nicht weit vom heutigen Römerpark entfernt. Als Bauernhaus war es 1897 erbaut worden, erklärt Gertrud Schmidt, erste Vorsitzende des Fördervereins und für die Stadt zuständig als fachliche Leiterin. Die Stadt Dillingen kaufte das Haus, für die Gestaltung investierte der Landkreis eine nicht unerhebliche Summe. Heute ist die Einrichtung in Trägerschaft des Fördervereins, der etwa 140 Mitglieder zählt. Der Landkreis ist inzwischen aus der Finanzierung raus, die Stadt Dillingen bezuschusst das Museum, und der Förderverein sammelt Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Der größte Anteil seien die Heizkosten, sagt Hans-Walter Plewka, zweiter Vorsitzender. "Denn die Stücke brauchen eine bestimmte Temperatur." Seit 1992 gibt es die heutige Dauerausstellung mit Originalen und Kopien von Funden aus sechs Jahrtausenden im Landkreis Saarlouis. Vom gallorömischen Quellheiligtum Sudelfels bei Ihn bis zu keltischen Hügelgräbern auf dem Steinrausch.

"Die Funde werden in einen geografischen und zeitlichen Zusammenhang gestellt", erläutert Schmidt das Konzept. Dazu gibt es Tafeln an den Wänden mit den wesentlichen Hintergründen, Skizzen und Plänen. Von den wehrhaften Merowingern geht es eine Kammer weiter und wir stehen im Schlafzimmer einer Bauernfamilie. "Das ist etwa Jahrhundertwende", erklärt Schmidt. "Das stand hier im Haus, und wir haben das Zimmer deshalb hier aufgebaut."

Für das 25-jährige Jubiläum 2015 sei geplant, die Ausstellung neu zu präsentieren, sagt Gertrud Schmidt. Neue Medien sollen eingesetzt werden. Ergänzend finden heute schon Sonderausstellungen statt. Als musealer Leckerbissen werden in der ersten Jahreshälfte 2012 die römischen Funde aus dem Bereich der Dillinger Hütte gezeigt. "Übrigens, der Eintritt ist frei", sagt Schmidt. Und demnächst gebe es auch eine eigene Internetseite des Museums.

Nachgebildete Grabanlagen im Pachtener Museum.

ich-lebe-gern-in.de