1. Saarland

Tatort Saarbrücken: Regisseurin Luzie Loose begeistert sich für Saarland

Neuer Saarland-Tatort heute Abend im Fernsehen : „Wahnsinnig filmisch“: Junge Tatort-Regisseurin begeistert sich für Saarbrücken

Wenn die SR-Tatort-Kommissare Schürk und Hölzer heute Abend das dritte Mal zusammen ermitteln, ist es für die Regisseurin ein besonderer Fall. Denn Luzie Loose ist erst 32 und es ist ihr erster TV-Film und zugleich der erste „Tatort“, den sie drehen durfte.

Die Macherinnen des neuen Saarbrücker Tatorts sind auffällig jung. Regisseurin Luzie Loose und Kamerafrau Anne Bolick sind beide erst 32 Jahre alt. Der Krimi „Das Herz der Schlange“ läuft am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten.

Regisseurin des neuen Tatort hat seit vielen Jahren Bezug zum Saarland

Ihr Herz für das Saarland und speziell Saarbrücken hat die Berlinerin Luzie Loose jedoch schon vor den Dreharbeiten entdeckt: „Über den Max Ophüls Preis habe ich schon seit vielen Jahren einen Bezug zum Saarland“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Und ich mag Saarbrücken super super gerne.“

Schon als Studentin habe sie das Festival für den deutschsprachigen Filmnachwuchs besucht und eigene Filme gezeigt. Zuletzt 2019 außerhalb des Wettbewerbs ihren ersten Kinofilm „Schwimmen“, der bei den Hofer Filmtagen 2018 den Preis für die beste Regie erhalten hatte. Die Kamera führte - wie beim nächsten SR-„Tatort“ - die ebenfalls 32-jährige Anne Bolick.

„Tatort“-Regisseurin Luzie Loose findet Saarbrücken „wahnsinnig filmisch“

Im Gegensatz zu den Berlinern, die „gerne etwas schroffer und mürrischer“ seien, empfinde sie die Menschen im Saarland als „wahnsinnig freundlich und offen“. Bei den Dreharbeiten habe sie vor Ort viel Unterstützung erfahren. Vor allem Saarbrücken hat es der jungen Regisseurin dabei angetan: „Ich finde die Stadt wahnsinnig filmisch“, gibt Luzie Loose zu. Sie sei nicht nur urban, sondern auch sehr idyllisch: „Man kann an Orte gehen, die total malerisch und auch ein bisschen französisch sind. Und gleichzeitig das Raue und die Ecken und Kanten finden, die mich immer besonders interessieren.“

Saarländische Klischees jedoch gibt es nicht im neuen TV-Thriller „Das Herz der Schlange“ von Hendrik Hölzemann. Lyoner und Schwenker bleiben außen vor. Nicht jedoch authentische Orte: So wird ein Verletzter ins „Winterberg-Klinikum“ gebracht, und die JVA heißt auch im Film ganz realistisch „Lerchesflur“. „Ich interessiere mich insgesamt sehr für die Realität“, sagt die Regisseurin. Die echten Namen der Orte zu verwenden, sei eine kollektive Entscheidung gewesen - und werde sicherlich auch dem Bedürfnis der Saarländer gerecht. „Für die ist ein „Tatort“ aus ihrer Stadt schließlich wichtig und spannend“, sagt die 32-Jährige.

Luzie Loose kann sich gut vorstellen, erneut bei einem Fall der vier Kommissare, die langsam aber sicher zu einem Team zusammenwachsen, Regie zu führen. „Dadurch, dass sie noch nicht lange zusammen sind, gibt es noch viel Raum für die Figuren, sich weiterzuentwickeln.“ Hinzu kommt, dass sich bei den Dreharbeiten auch private Freundschaften entwickelt hätten. Wobei Loose den aus Völklingen stammenden Daniel Sträßer (alias Hauptkommissar Adam Schürk) schon seit einigen Jahren von einer gemeinsamen Arbeit aus Berlin kennt.

Bei dem 34-Jährigen wurden bei den jüngsten Dreharbeiten wieder einige Erinnerungen wach: Mehrere Jahre sei es früher seine Aufgabe in Saarbrücken gewesen, „in einem Biergarten am Staden Merguez zu grillen und Zwickel zu zapfen“. Tauschen wolle er seine Tätigkeit jetzt jedoch nicht mehr: „Ich bin mit meinem aktuellen Job des Hauptkommissars sehr sehr glücklich - und den würde ich auch so schnell nicht abgeben wollen...“

Tatort-Premiere bei Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken abgesagt

Ursprünglich wollten die beiden Schauspieler Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov (alias Kommissar Leo Hölzer) mit Luzie Loose die Tatort-Premiere gemeinsam beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis feiern. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Premierenveranstaltung dort jedoch abgesagt. „Darüber sind wir richtig traurig“, sagte Sträßer. Dennoch werden die drei am Sonntag gemeinsam schauen: Weil sie privat befreundet sind und nahe beieinander in Berlin wohnen, wollen sie die Tatort-Ausstrahlung zusammen auf der Couch sehen.

(dpa)