1. Saarland

Tallinger Landwirt initiiert Verein gegen Nationalpark

Tallinger Landwirt initiiert Verein gegen Nationalpark

Talling/Thalfang. Gegen den geplanten Nationalpark im Hochwald-Idarwald regt sich Widerstand. Der Tallinger Landwirt Christoph Manz will mit anderen Kritikern am Freitag, 1. März, ab 20 Uhr im Landgasthof Rauland in Thalfang den Verein "Ja zur Natur, Nein zum Nationalpark" gründen

Talling/Thalfang. Gegen den geplanten Nationalpark im Hochwald-Idarwald regt sich Widerstand. Der Tallinger Landwirt Christoph Manz will mit anderen Kritikern am Freitag, 1. März, ab 20 Uhr im Landgasthof Rauland in Thalfang den Verein "Ja zur Natur, Nein zum Nationalpark" gründen.

Dem 34-Jährigen ist nach eigenem Bekunden aufgefallen, dass wie er noch etliche andere dem Projekt sehr skeptisch gegenüberstehen. Diese beklagen laut Manz, dass ihre Kritik übergangen werde. Zehn Interessenten aus verschiedenen Orten und Regionen, unter anderem sogar aus der Pfalz und aus Kusel, kamen zu einem ersten Treffen, zu dem er über die Internet-Plattform "Wer kennt wen?" eingeladen hatte. Andere hätten sich anschließend gemeldet.

Ziel des Vereins sei es, den Naturpark Saar-Hunsrück zu erhalten und den Nationalpark zu verhindern. Der Initiator behauptet, dass der Nationalpark weder für den Tourismus noch für die Natur Vorteile bringt. Naturschutz sei Bestandteil einer vom Gesetz vorgeschriebenen naturgemäßen Waldbewirtschaftung, die einer Stilllegung vorzuziehen sei. Nach Meinung des Landwirts dürfen Fördertöpfe der Europäischen Union und Rücklagen im Landeshaushalt bei der Entscheidungsfindung nicht im Vordergrund stehen.

Der Vereinsgründer in spe kritisiert außerdem die Informationspolitik des Landes. Bei den Dialogabenden sei einseitig und nicht ergebnisoffen informiert worden. Es sei zu befürchten, dass ein Prestigeprojekt verwirklicht werden soll, ohne den Willen der Bürger ausreichend zu berücksichtigen. Bei ihrer Argumentation beziehen sich Manz und seine Mitstreiter teilweise auf Veröffentlichungen der Rheinischen Bauernzeitung.

Gegen den Nationalpark haben sich bisher vor allem die Gemeinde Morbach und die Vertreter der Holzindustrie in und um den Ort ausgesprochen. Deshalb wurde dieses Gebiet bisher aus den für den Nationalpark ins Auge gefassten Bereichen ausgeklammert.

Schon länger gibt es eine Bürgerinitiative Pro Nationalpark. Bei deren nächstem Treffen am Montag, 25. Februar, um 18 Uhr im Sportlerheim in Kirschweiler soll unter anderem eine ergänzende Stellungnahme zum kommunalen Eckpunkte-Papier zum Nationalpark beraten und gegebenenfalls beschlossen werden.

Bei dessen Präsentation im Dezember auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld stellte BI-Aktivistin Irene Kämpf-Konrad zudem die Idee zur Einrichtung eines Fördervereins oder einer Bürgerstiftung für den Nationalpark vor. Diesen Ansatz will sie mit einigen Mitstreitern dann weiter verfolgen. red