1. Saarland

Talentsucher in Marpingen

Talentsucher in Marpingen

Marpingen. Es geht gegen die Asiaten - auf rein sportlicher Ebene. "Das Ziel dieses Lehrgangs ist es, die talentiertesten europäischen Tischtennis-Spieler bis zwölf Jahre zu sichten und diese dann gezielt weiter zu fördern. Denn bei Olympia 2020 wollen wir den Asiaten endlich wieder Paroli bieten können", sagte Damir Jurcic von der Tischtennis-Gemeinschaft Marpingen-Alsweiler

Marpingen. Es geht gegen die Asiaten - auf rein sportlicher Ebene. "Das Ziel dieses Lehrgangs ist es, die talentiertesten europäischen Tischtennis-Spieler bis zwölf Jahre zu sichten und diese dann gezielt weiter zu fördern. Denn bei Olympia 2020 wollen wir den Asiaten endlich wieder Paroli bieten können", sagte Damir Jurcic von der Tischtennis-Gemeinschaft Marpingen-Alsweiler. Die TTG stellte Mitte August der Europäischen Tischtennisunion (ETTU) sozusagen ihr Equipment zur Verfügung, um in der Sporthalle in Alsweiler einen einwöchigen Sichtungslehrgang für Westeuropa durchzuführen.Nummer fünf der Welt "32 Mädchen und 37 Jungen sind hier vor Ort", erklärt Branca Batanic, die Assistentin von Istvan Korpa, der das ETTU-Trainingslager in der Gemeinde Marpingen leitete. Für ein Gespräch hatte Korpa, der Europameister von 1962 und mehrfache Vize-Europameister, keine Zeit. "Istvan hat im Moment nur Namen und Daten im Kopf und muss sich konzentrieren", entschuldigte Batanic, ehemals kroatische Nationalspielerin und Nummer fünf der Weltrangliste, den Chef-Talentsichter der ETTU. Dieser war zwischen 1979 und 2008 Trainer des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Seit er diese Tätigkeit an den Nagel gehängt hat, ist Korpa, der auch das deutsche Tischtennis-Ass Timo Boll betreute, für die ETTU auf Nachwuchs-Suche. Nun auch in Marpingen. Sehr zur Freude von Werner Laub, Bürgermeister der Gemeinde Marpingen und selbst begeisterter Tischtennisspieler: "Für uns ist das eine große Ehre und eine tolle Sache, die besten Nachwuchsspieler Europas bei uns zu Besuch zu haben." Stellte die TTG Marpingen-Alsweiler, für die Laub selbst aktiv an der Platte steht, die 21 Spieltische zur Verfügung, so unterstützte die Gemeinde das Turnier mit ihrer Infrastruktur: Zum einen mit der Sporthalle in Alsweiler, zum anderen mit der Biberburg in Berschweiler, wo die rund 100 Gäste aus Spanien, Portugal, Wales, Schottland, Belgien oder auch Italien untergebracht waren. Zudem hoffte er, dass das ganze eine jährlich wiederkehrende Einrichtung wird: "Das wäre doch toll, wenn unsere kleine Gemeinde sich auf diese Art im europäischen Tischtennis positionieren könnte." Die Chancen dafür stehen gar nicht mal schlecht. "Polona Cehovin-Susin, die als Managerin der ETTU für die Nachwuchsbereich zuständig ist, war bei ihrem Besuch ihr jedenfalls begeistert von den Trainingsbedingungen und der Atmosphäre", erzählt Damir Jurcic von der TTG Marpingen-Alsweiler. Auch er würde sich freuen, wenn der Sichtungslehrgang, bei dem mit Andrej Gacina ein aktueller Bundesliga-Spieler (1. FC Saarbrücken) eine Tischtennis-Demonstration gab, eine feste Einrichtung werden würde: "Vielleicht sieht man dann hier irgendwann ja den neuen Timo Boll." Und wenn der dann 2020 den Asiaten bei Olympia Paroli bieten würde, könnte man behaupten, dass er in der Sporthalle in Alsweiler den Grundstein zu seinem Erfolg gelegt hätte. "Für uns ist das eine große Ehre und eine tolle Sache, die besten Nachwuchsspieler Europas bei uns zu Besuch zu haben."Marpingens Bürgermeister Werner Laub