1. Saarland

Talente fördern mit Hilfe eines Mentors

Talente fördern mit Hilfe eines Mentors

Saarbrücken. Jacob Ofori, 15 Jahre alt, besucht die Günter-Wöhe-Schule für Wirtschaft in Saarbrücken, gestecktes Ziel: Abitur, um später einmal Jura zu studieren. Um dieses ehrgeizige Ziel umzusetzen, bekommt der Schüler nun Unterstützung von Jakub Özdemir. Beide haben eines gemein: Sie haben einen Migrationshintergrund

Saarbrücken. Jacob Ofori, 15 Jahre alt, besucht die Günter-Wöhe-Schule für Wirtschaft in Saarbrücken, gestecktes Ziel: Abitur, um später einmal Jura zu studieren. Um dieses ehrgeizige Ziel umzusetzen, bekommt der Schüler nun Unterstützung von Jakub Özdemir. Beide haben eines gemein: Sie haben einen Migrationshintergrund. Özdemir soll Ofori als Mentor zur Seite stehen, ein Mentoring-Programm, für das die saarländische Landesregierung und das Diakonische Werk an der Saar in Saarbrücken den Startschuss gaben.In der griechischen Mythologie war Mentor - ein Freund Odysseus - Erzieher seines Sohnes Telemach. Als Mentor bezeichnet man einen Menschen, der sein Wissen und seine Erfahrungen an Unerfahrene, Mentee genannt, weitergibt. "Die Mentoren sind Unterstützer und Zuhörer, sollen motivieren, begleiten und beraten", sagte Wolfgang Biehl von der Diakonie-Geschäftsführung. Ziel des Mentoring-Programms soll sein, im ersten Schritt zwölf Schüler mit Mentoren zusammenzubringen, die ihnen zunächst für ein Jahr zur Seite stehen. Die Mentoren sind mit Hilfe des Studienkollegs der Universität des Saarlandes gefunden worden. Junge Studenten mit Migrationshintergrund, die Vorbild sein wollen für junge Talente, die es zu fördern gilt. "Das ist wichtig für uns alle", sagte Gaby Schäfer, Integrationsbeauftragte und Staatssekretärin im Ministerium.

Jakub Özdemir und Hassan El-Soumoumani, beides Studenten, sind zwei der acht Mentoren. "Wir wollten uns sozial engagieren", begründeten sie ihre Teilnahme am Programm. Özdemir und El-Soumoumani wollen zeigen, dass auch Menschen mit Migrationshintergrund eine erfolgreiche Zukunft haben können. "Wir hoffen, dass wir unsere Erfahrungen weiter geben können", sagten sie. Und der junge Ofori, der sein Ziel genau vor Augen hat, verspricht sich von seinem Mentor, dass er ihn in seinem Vorhaben unterstützt. "Ich will möglichst viele Erfahrungen sammeln und ich will mich noch mehr anstrengen, um an mein Ziel zu gelangen", sagte er.

"Nur ein Viertel der Schüler an Gymnasien haben einen Migrationshintergrund", sagte Biehl. Viel zu wenig, wie er meinte, denn schließlich gebe es viele talentierte und begabte Kinder mit Migrationshintergrund. Ein Grund seien fehlende Vorbilder in den Familien. Daher habe Ministerium und Diakonie gemeinsam das Projekt ins Leben gerufen. Es ist zunächst auf ein Jahr ausgelegt, sollte sich ein Erfolg einstellen, und da sind sich die Verantwortlichen sicher, wird das Mentoring-Programm flächendeckend im Saarland eingeführt werden. Die zwölf Schüler, die zum Auftakt mitmachen, kommen aus Schulen im Regionalverband Saarbrücken.