"Tafel muss ihren alten Standort zurückerhalten"

"Tafel muss ihren alten Standort zurückerhalten"

Quierschied. "Angesichts der Tatsache, dass die angestammte Quierschieder Tafel in vollem Umfang rehabilitiert wurde, muss sie auch ihren alten Standort in der Taubenfeldschule zurückerhalten." Das fordert Jürgen Trenz, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Regionalverband. Wie bereits vor Wochen berichtet (SZ vom 13

Quierschied. "Angesichts der Tatsache, dass die angestammte Quierschieder Tafel in vollem Umfang rehabilitiert wurde, muss sie auch ihren alten Standort in der Taubenfeldschule zurückerhalten." Das fordert Jürgen Trenz, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Regionalverband. Wie bereits vor Wochen berichtet (SZ vom 13. November), hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken die Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Quierschieder Tafel eingestellt. Vorstandsmitgliedern waren Steuerhinterziehung, Veruntreuung und Bereicherung an Spenden vorgeworfen worden. In der Folge hatte der Bundesverband der Tafeln den Quierschiedern ihre Namensrechte aberkannt. Eine anonyme Anzeige hatte die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Der Einfachheit halber nennen wir sie hier "Tafel 1". Denn zwischenzeitlich hat sich "Tafel 2" gegründet. Sie ist vom Tafel-Bundesverband anerkannt und hat ihren Sitz in der Taubenfeldschule. Und genau um diesen Standort geht es der Linke-Fraktion im Regionalverband. Sie will erfahren haben, dass der "Konkurrenzverein", also Tafel 2, "mit Hilfe der CDU im Regionalverband in eine zu renovierende Taubenfeldschule einziehen soll". Sämtliche Anschuldigungen gegenüber der alten Quierschieder Tafel 1 hätten sich als unbegründet erwiesen. Nachdem Tafel 1 nun auch ihre Gemeinnützigkeit zurückerhalten habe, müsse der Verein seine alten Rechte und seine volle Anerkennung wiedererlangen. Aus Kreisen von Tafel 1 hatte sich einst der Quierschieder Ortsverband der Linkspartei gegründet. Die Quierschieder Tafel 1, sagt Jürgen Trenz, habe die Kündigung durch den Regionalverband Saarbrücken erhalten. Er ist Träger der Einrichtung. Mittlerweile sei aber auch der Bestand von Tafel 2 in der Schule gefährdet gewesen, da eine inzwischen notwendige Sanierung wegen erheblicher Kosten nicht umzusetzen gewesen sei. Jetzt aber soll die CDU im Regionalverband auf den Plan getreten sein, um eine Finanzierung der Schule über das Land zu organisieren. Jürgen Trenz: "Profitieren soll davon jedoch offensichtlich nicht die seit vielen Jahren engagiert arbeitende Quierschieder Tafel, sondern der Konkurrenzverein von CDU-Gnaden." Wer die politische Situation in Quierschied kenne, dürfte dieses Verhalten nicht verwundern. Die "Fangarme der CDU" reichten bis in die Kreise der Landesregierung. Nicht gefügige oder gar linke Hilfsorganisationen stünden da schnell auf der Abschussliste. Es sei sehr zu begrüßen, wenn es gelinge, die Taubenfeldschule aus Landesmitteln zu renovieren. Für die Linkspartei im Regionalverband stehe aber auch fest, dass nur die angestammte "Quierschieder Tafel" das Recht habe, hier erneut einzuziehen. Der Tafel 1, den Vorstandsmitgliedern und auch ihren Familien sei "in übelster Form" mitgespielt worden. Der Regionalverband müsse nun seinen Teil der Rehabilitation leisten und der Tafel einen neuen fairen Mietvertrag in einer renovierten Taubenfeldschule anbieten.Tafel 1 hin - Tafel 2 her: Wer wo irgendwann mal seinen Stützpunkt einnehmen wird, steht zurzeit noch in den Sternen. Wie Stefan Kiefer, der Sprecher des Regionalverbandes Saarbrücken, gegenüber der SZ erklärt, ist die total sanierungsbedürftige Taubenfeldschule aus hygienischen Gründen zur Lebensmittelaufbewahrung und -verteilung nicht mehr geeignet. Regionalverband, Land und Gemeinde seien gerade dabei, nach einer anderen, geeigneten Lösung zu suchen. Alles Weitere werde erst danach entschieden. mh

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