Sulzbach kämpft für Drogeriemarkt

Sulzbach kämpft für Drogeriemarkt

Im Interesse der Arbeitsplätze und der Attraktivität der Innenstadt machten sich die Stadträte gestern Abend für den Erhalt der Filiale in der Sulzbachtalstraße stark. Die Beschäftigten von "Ihr Platz" in Sulzbach sammelten rund 1700 Unterschriften für die Fortführung des Geschäfts.

Sulzbach. Lob und Anerkennung zollten die Mitglieder des Sulzbacher Stadtrates gestern Abend einstimmig den Beschäftigten von "Ihr Platz". Diese hatten - angeführt von Karin Günther - im Rathausfestsaal von ihrem Kampf um die Filiale berichtet und zugleich um die Unterstützung der Kommunalpolitiker im Bemühen um Arbeitsplätze und Standortangebot gebeten.

Beschäftigte im Rat

Und diese Solidarität gewährte der Rat auch einstimmig. In der Resolution setzt sich der Stadtrat vehement für den Erhalt der "Ihr-Platz"-Filiale ein. Diese soll nach Informationen der Verwaltung bereits zum 7. April geschlossen werden. Es sei jetzt also kurz vor 12. Daher solle es nicht dabei bleiben, die Resolution auszuarbeiten und abzustimmen. Wie Bürgermeister Michael Adam gestern wiederholt betonte, ist in diesem Falle auch der Einsatz der Gewerkschaft Verdi nötig, die in ähnlichen Fällen erfolgreich die Schließung von Geschäften verhindert habe. Damit das jetzt auch gelinge, sollten alle diejenigen Stadträte, die gute Beziehungen zu Verdi und deren Landesleiter Alfred Staudt haben, diese umgehend nutzen. Adam hoffte gestern Abend sehr, dass "das nicht zu spät kommt".

Adressat der Sulzbacher Resolution ist in erster Linie der Insolvenzverwalter der "Ihr-Platz-Mutter" Schlecker. Auf Vorschlag der SPD-Fraktion nahm das Gremium zusätzlich das saarländische Wirtschaftsministerium als Empfänger des Schreibens in den Briefkopf mit auf.

Alle Wortmeldungen zu dem aktualisierten Tagesordnungspunkt beinhalteten große Wertschätzung des Engagements der Beschäftigten, die während der gestrigen Sitzung ausführlich über ihre "guten Arbeitsbedingungen" ("ganz anders als bei Schlecker") und die hohe Kundenzufriedenheit berichteten. Letzteres belegten auch die vielen Wortbeiträge im Rat.

Der Resolution schlossen sich gestern Abend die Gewerbetreibenden an. Buchhändler Rolf Strauß, der zunächst von einer eigenen Resolution berichtete, griff den Verwaltungsvorschlag spontan auf. Er unterstütze die Resolution des Stadtrates im Namen seine Geschäftskollegen in der Innenstadt und zog damit die eigene Resolution zurück, die inhaltlich fast deckungsgleich zum jetzt verabschiedeten Papier ist.

"Harter Schlag"

Die ursprüngliche Fassung der Gewerbetreibenden spricht für den Fall der Schließung von einer "drastischen Einschränkung der Versorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs" in der City. "Für alle, die auf diese ortsnahe Versorgung angewiesen sind" seien Pläne ein harter Schlag. Selbstverständlich war allen Rednern bewusst, dass der Stadtrat lediglich "moralische Möglichkeiten" habe, gegen die Schließung zu protestieren. Aber die wollte er nutzen.

Zu Beginn der Sitzung war als Nachfolger von Helmut Habermann (SPD) Andreas Latz aus derselben Stadtratsfraktion zum Mitglied für den Kooperationsrat bestellt worden. (Weiterer Bericht folgt)