1. Saarland

Suche nach Knödeln und Knollen

Suche nach Knödeln und Knollen

Freisen. In der Szene kennt man sich. So ist es fast die gleiche Gruppe Mineraliensammler wie im Vorjahr, denen am Morgen gegen 50 Euro Gebühr ihre Parzellen (Claims) zugelost werden. Mit Schaufel, Spaten und Spitzhacke graben sie ein zwei mal zwei Meter großes Loch. Zwei Kamerateams filmen die Schürfer während ihrer schweißtreibenden Arbeit

Freisen. In der Szene kennt man sich. So ist es fast die gleiche Gruppe Mineraliensammler wie im Vorjahr, denen am Morgen gegen 50 Euro Gebühr ihre Parzellen (Claims) zugelost werden. Mit Schaufel, Spaten und Spitzhacke graben sie ein zwei mal zwei Meter großes Loch. Zwei Kamerateams filmen die Schürfer während ihrer schweißtreibenden Arbeit.

Funde bleiben in Finders Hand

Die Schürfaktion der Gemeinde und des Mineralienvereins Freisen (MVF) sei selten: "Solche Aktionen werden bundesweit nur in ganz wenigen Fällen erlaubt", erklärt MVF-Chef Reiner-Maria Schäfer.

Durch Funde im Vorjahr sei bekannt, dass auf dem Mühlenberg sehr schöne Achate sowie Drusen mit Goethit, Hämatit und Calcit zu finden seien. Jeder Teilnehmer darf das, was er findet, mit nach Hause nehmen. Deshalb weiß Schäfer, dass die Hobbysammler mit Erwartungen anreisen. Schäfer: "Eine Garantie, dass man was findet, gibt es nicht. Als Verein kannst du nur die Infrastruktur organisieren."

2010 hatte der Wormser Peter Jaeckel eine eiförmige 3,6-Kilo-Knolle ausgebuddelt. "Sie bestand zu 80 Prozent aus Quarz", sagt Jaeckel. Diesmal habe er bislang noch nichts entdeckt. Besser läuft es beim Oberthaler Hans Hinsberger: "Gleich am Anfang habe ich was gefunden" - und zeigt mehrere Achate unterschiedlicher Größe. "Die Farbgebung ist typisch für Freisen, sie sind etwas verwittert, eignen sich aber hervorragend zum Schneiden."

Kurz vor Mittag jubelt der Mackenbacher Gerhard Zander. Im Schotterbeet erspähte sein geschultes Auge einen Knödel. "Es ist ein Achat oder ein Jaspis. Ich schätze, er ist so um die 250 Gramm schwer."

Yvonne Fischer und Christian Lueg aus Waldshut sind ebenfalls fündig geworden. Im hinteren Teil ihrer Grube schaufelten sie ein paar Brösel frei. Fischer: "Klar hat das sich für uns gelohnt." Aus den Funden könne man Schmuckstücke wie ein Anhänger für eine Kette herstellen.

Manuela Bauer genießt trotz Plackerei das Erlebnis. Die Berlinerin: "Bei uns gibt es solche Schürfaktionen nicht. In Freisen mache ich Kurzurlaub und kann dabei richtig meinem Hobby nachgehen." Das Wichtigste: mit Gleichgesinnten einen schönen Tag erleben.

Die zweite Schürfaktion habe sich auch für den MVF gelohnt. "Wenn man so will, waren wir erneut ausverkauft. Alle 40 Claims waren vergeben", bilanziert Schäfer. Die Gemeinde hat derweil vor, mit den Schürftagen ein weiteres touristisches Angebot zu bieten.