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G8
Zu jung fürs Berufsleben

Das gewonnene Jahr ist in keiner Weise hilfreich. Im Gegenteil. Ich habe zwei Jahre nach dem Abitur angefangen zu studieren und in der Regelstudienzeit meinen Abschluss gemacht. Die meisten Absagen auf Bewerbungen nach dem Studium bekam ich, weil ich mit 25 Jahren zu jung war. Auch in der Oberstufe war der Unterschied zwischen G8- und G9-Schülern, unter anderem wegen des fehlenden Lernstoffes, spürbar. Der Doppeljahrgang hat viele Nachteile mit sich gebracht. Die Lehrpersonen waren überfordert und die Bedingungen nicht mit anderen Jahrgängen vergleichbar. Während der Schule hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Zeit für meine Hobbys gefehlt hat. Allerdings musste ich mir meine Zeit gut einplanen. Ich würde meinen Kindern eine stressfreie Kindheit wünschen und sie für G9 anmelden. Jugendliche stehen ohnehin unter einem so hohen Druck, Leistungen zu bringen und Normen zu entsprechen, dass die Schulzeit entspannter laufen sollte. Denn nur so kann erfolgreich fürs Leben gelernt werden.“

Silja Maue, 26 Jahre, aus Bliesen, Psychotherapieausbildung und Mitarbeiterin der ambulanten Familienbetreuung übers Jugendamt in Österreich