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Windpark stört Greifvögel

Ostertal. Im mittleren und oberen Ostertal findet sich derzeit ein besonders eindrucksvolles Beispiel für eine hochproblematische Standortwahl für Windkraftanlagen. Dies ist auch die Meinung des Nabu-Kreisvorsitzenden Wendelin Schmitt aus St. Wendel. Ein vom Nabu Saarland, der Nabu-Kreisgruppe St

Ostertal. Im mittleren und oberen Ostertal findet sich derzeit ein besonders eindrucksvolles Beispiel für eine hochproblematische Standortwahl für Windkraftanlagen. Dies ist auch die Meinung des Nabu-Kreisvorsitzenden Wendelin Schmitt aus St. Wendel. Ein vom Nabu Saarland, der Nabu-Kreisgruppe St. Wendel und dem Bund Naturschutz Ostertal (BNO) gemeinsam in Auftrag gegebenes Fachgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass "im Rahmen dieser Studie gezeigt werden konnte, dass das Ostertal eine saarlandweit besondere Bedeutung für gefährdete Vogelarten hat." Als herausragendes Teilgebiet innerhalb des Untersuchungsraumes hat sich laut Gutachten neben dem Buberg (Umgebung Königreicher und Klingelberger Hof) vor allem der Steinhügel bei Osterbrücken (Schermeshöhe bei Hoof) erwiesen. Hier überlappen sich die Reviergrenzen von mindestens vier ansässigen Brutpaaren des Rotmilans, dessen Bestandsdichte hier eine überregionale Bedeutung hat. Aus Gründen des allgemeinen Artenschutzes fordert der Nabu, auf die Nutzung dieses Gebietes im Ostertal zu verzichten.Inkonsequenter NaturschutzErfahrungsgemäß sei es für Außenstehende schwer nachvollziehbar, dass sich ein Naturschutzverband wie der Nabu, der auf Bundes- wie Landesebene die Nutzung der Windenergie als eine zukunftsfähige und nachhaltig regenerative Energieform befürwortet, im Ostertal derart gegen die Errichtung weiterer Windenergieanlagen zur Wehr setze, sagte Schmitt. Da der Landkreis St. Wendel schon jetzt zwei Drittel der saarländischen Windenergieanlagen beherberge und die Rotorenzahl im Moment im mittleren Ostertal weiter massiv ausgebaut würde, müsse es schon als Erfolg gewertet werden, wenn wenigstens der Steinhügel als kritischstes Vorranggebiet im Ostertal aus der Planung genommen würde."Die saarländische Windenergiepolitik ist gekennzeichnet von einer gravierenden Fehlplanung im Nordostsaarland und einer inkonsequenten Landesnaturschutzgesetzgebung, die Windparks entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht als landschaftszerschneidende Elemente ansieht", kritisiert der Nabu-Kreisvorsitzende. Eine grundlegende Revision des Teilplans Windenergie, die der Bedeutung des mittleren Ostertals und der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Landschaft Rechnung trage, sei mehr als überfällig.Bis auf das Vorrangebiet "Fledermauskopf" würden mittlerweile alle Windenergiestandorte im mittleren Ostertal beplant. Die Anlagenzahl werde sich in den kommenden Jahren mehr als verdreifachen, und selbst dann sei noch kein Ende abzusehen, sagte Schmitt weiter.Zurzeit drehen sich im mittleren Ostertal ohne die unmittelbar benachbarten Anlagen in Rheinland-Pfalz schon insgesamt zehn Rotoren auf dem Kehrberg, dem Buberg und auf der Hardt. Zu den bereits genehmigten Windenergieanlagen gehören drei auf dem Hungerberg. In Planung sind weitere Windparks.kp



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