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Arbeitsmarkt
Weiterhin rückläufige Juni-Arbeitslosenzahlen

St. Wendel. Als derzeit gut aufgestellt präsentiert die Agentur für Arbeit den Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel. Von red

Im Juni waren laut Arbeitsagentur im Landkreis St. Wendel 1488 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 120 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,1 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um 17 auf 3293 gesunken. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben Arbeitslosen auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeitsstelle suchen.


„Dass die Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt gut sind, zeigen die stabilen Stellenmeldungen der Betriebe und die bereits seit zwei Jahren rückläufigen Juni-Arbeitslosenzahlen“, betont Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Einbezogen sind nicht nur die Kunden der Agentur für Arbeit, die meist nur kurzzeitig arbeitslos, damit nah am Arbeitsmarkt und schnell wieder zu vermitteln sind. Auch langzeitarbeitslose Menschen können von der positiven Entwicklung profitieren“, erklärt Haßdenteufel. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni um neun auf 692 gestiegen, das waren genauso viele wie vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren bewegte sich die Arbeitslosigkeit mit 102 um 8,5 Prozent über dem Vormonats- und fast 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 306. Sie hat sich gegenüber dem Vormonat um 13 und gegenüber dem Vorjahr um 29 verringert.

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel ist die Arbeitslosigkeit im Juni geringfügig gesunken (minus acht auf 796). Damit lag sie um 120 unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit war im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters nicht vorhanden. 223 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel verringert. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit rund 300 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 37,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um ein Viertel. Haßdenteufel lenkt den Blick dabei auf die sogenannte Unterbeschäftigung. Sie lag im Landkreis St. Wendel im Juni mit 2502 Personen um 8,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 59,5 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen würden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehe, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es würde unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen oder ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde.



Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Juni etwas abgeschwächt. So haben die Unternehmen der Region rund 200 Stellen zur Besetzung gemeldet, 20 weniger als im Mai. Seit Jahresbeginn wurden 1170 Stellen gemeldet, 37 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Stellenbestand blieb mit 868 Jobangeboten sehr hoch (plus 4,7 Prozent zum Vorjahr) und zeugt davon, dass viele Betriebe Probleme haben, ihren Bedarf an Fachkräften zeitnah zu decken. Die überwiegende Zahl der Jobangebote war in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe, im Baugewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen gemeldet.

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 527 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 51 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 577 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 74 mehr als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch 270 Stellen unbesetzt und 243 Jugendliche unversorgt.

Das Schuljahr ist vorüber, die großen Ferien haben begonnen. Der Ausbildungsmarkt kennt jedoch keine Sommerpause – hier fallen noch viele Entscheidungen und in zahlreichen Berufsbereichen gibt es noch offene Ausbildungsstellen. „Unser Hauptaugenmerk gilt derzeit dem Ausbildungsmarkt. Aktuell sind noch viele offene Ausbildungsstellen zu besetzen“, betont Haßdenteufel. „Dabei bietet der Ausbildungsmarkt noch viele ungenutzte Potenziale. Oft entsprechen diese jungen Leute jedoch nicht dem Idealbild, das Unternehmen von ihren künftigen Nachwuchskräften haben – sei es, dass sie nur einen mäßigen Schulabschluss vorweisen können, Lücken in ihrem Lebenslauf haben oder sie die Sprache unzureichend beherrschen, weil sie noch nicht lange in Deutschland leben. Hier sind die Arbeitgeber gefragt, mit Unterstützungsleistungen und gezielter Förderung durch die Arbeitsagentur auch auf den ersten Blick schwächeren Ausbildungssuchenden eine Chance zu eröffnen.“

Neben der reinen Vermittlung von Ausbildungsstellen bietet die Berufsberatung Informationen zu Ausbildungsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Berufsausbildungsbeihilfe an. Ein Termin bei der Berufsberatung kann über die kostenfreie Nummer (08 00) 4 55 55 00 oder vor Ort bei der Agentur für Arbeit vereinbart werden. Unternehmen, die Ausbildungsstellen melden möchten, sollten sich unter Tel. (08 00) 4 55 55 20 an den Arbeitgeberservice wenden.

1488 Männer und Frauen sind derzeit im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet.
1488 Männer und Frauen sind derzeit im Landkreis St. Wendel arbeitslos gemeldet. FOTO: dpa / Arno Burgi