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Wochenkolumne
Von Jesus und Lenz

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Thorsten Grim

Er ist auferstanden. Nein, nicht Jesus Christus. Also doch, schon. Aber ich meine jetzt nicht den Gottessohn, dessen Sieg über den Tod die Christen im Landkreis vor Wochenfrist gefeiert haben – in österlich geschmückten Gotteshäusern und an liebevoll gestalteten Altären. Oftmals musikalisch untermalt von Chören, deren Mitglieder über Wochen und Monate fleißig ihre Partituren geübt haben. Nein, ich rede vom Frühling, der seit gestern sein blaues Band wieder durch die St. Wendeler Lüfte wehen lässt. Lange hat der Lenz uns in diesem Jahr warten lassen. Doch nun scheint es tatsächlich aufwärts zu gehen mit den Sonnenstunden und den Temperaturen, während süße, wohlbekannte Düfte ahnungsvoll das Land streifen, wie Eduard Mörike einst reimte. „Veilchen träumen schon, wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist‘s! Dich hab ich vernommen!“ Überwunden ist der Winter, was sinnbildlich dafür steht, dass das Leben den Tod besiegt. Überall grünt und sprießt es, zwitschern Vögel, und die Welt scheint ein bisschen heller zu sein, freundlicher. Das ist besonders für diejenigen Kinder schön, die am Sonntag erstmals am Tisch des Herrn Platz nehmen dürfen. Über Monate hinweg wurden die Kommunionkinder durch Gruppenleiter oder Katecheten auf das große Ereignis vorbereitet. Auch das Erzählen vom Leben und Wirken Jesu gehörte zum Kommunionsunterricht dazu. Womit wir dann ja doch wieder beim eingangs erwähnten Auferstandenen wären, der für Christen sowieso am Anfang und am Ende aller Dinge steht.