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Meine WM
US-Fans, Hooligans und Verlobung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. So viele Erinnerungen schießen mir spontan in den Kopf. Erzähle ich von der WM 1990, als ich im Urlaub in der Türkei mein erstes Spiel überhaupt von Anfang bis Ende verfolgt habe – Deutschland gegen England. Von Melanie Mai

Und damit meine Liebe zum Fußball geweckt wurde? Nach dem Finale konnte ich (noch) nicht nachvollziehen, warum die Fans samt Kleidung in den Pool gesprungen sind. Oder erzähle ich von der WM 1998, als ich zum Achtelfinale nach Montpellier geflogen bin – übrigens das letzte Spiel, das die deutsche Elf in diesem Turnier gewonnen hat? Damals war das Stadion weiträumig abgesperrt – nach der Attacke deutscher Hooligans auf den Polizisten Daniel Nivel. Auf dem Heimflug stimmten übrigens alle Passagiere im Flugzeug „Adios Mexico“, schließlich hatte Mexiko verloren.


Den meisten Eindruck hat aber die Heim-WM 2006 hinterlassen. Die Fan-Meile in Kaiserslautern war der Hammer. Freunde kamen extra aus den USA angereist, um die Spiele zu sehen. So war bei uns wirklich die Welt zu Gast bei Freunden. Sie hatten uns sogar Tickets fürs Spiel USA gegen Italien mitgebracht. Und die WM verbinde ich mit noch einem besonderen Erlebnis: Zum ersten Spiel des deutschen Teams feierten mein Mann und ich unsere Verlobungsparty — und den ersten Sieg der Klinsmann-Elf im Turnier.