| 19:18 Uhr

Zentrum für vorläufige Aufnahme junger Flüchtlinge arbeitet

Junge, unbegleitete Flüchtlinge sitzen in der Küche vom „Schaumberger Hof“. Foto: B&K
Junge, unbegleitete Flüchtlinge sitzen in der Küche vom „Schaumberger Hof“. Foto: B&K FOTO: B&K
Tholey. Matthias Zimmermann

Das bisherige Drogentherapiezentrum Schaumberger Hof hat seine Arbeit eingestellt und nimmt seit Montag minderjährige Asylbewerber auf, die ohne familiäre Begleitung auf ihrer Flucht im Saarland ankamen. Zurzeit beherbergt das Haus im Besitz der Tholeyer Abtei 18 junge Menschen, darunter ein Mädchen. Der Jüngste ist sieben Jahre alt, wie der saarländische Sozialstaatssekretär Stephan Kolling (CDU ) gestern erläuterte. Das Haus biete für bis zu 70 Flüchtlinge Platz, die von 22 Mitarbeitern psychologisch und ärztlich betreut werden. Insgesamt kümmerten sich mehr als 40 Kollegen auch um Sicherheit sowie Verwaltung.

Ziel des "landesweiten Zentrums für die vorläufige Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen Ausländern" - so der offizielle Titel: Binnen sieben Tagen sollen die Ankömmlinge an die zuständigen Jugendämter weitergeleitet werden. Bis dahin werde das tatsächliche Alter der zumeist ohne Ausweis Gestrandeten ermittelt. Außerdem folge medizinische Untersuchung samt Impfung. Des Weiteren werde geprüft, ob es Verwandtschaft in Deutschland gibt, um zu vermitteln. Wenn nötig, schalteten dazu Jugendämter vor Ort Familiengerichte ein.

Grund für die Saar-Regierung, solch ein Zentrum einzurichten: die örtlichen Jugendämter entlasten. Denn das Saarland habe mehr jugendliche Flüchtlinge aufgenommen als die meisten übrigen Bundesländer, sagte Kolling. Bis Sommer würden sie nun weitergeleitet, die meisten wegen direkter Nachbarschaft und aus Kapazitätsgründen aufgrund des bundeseinheitlichen Quotenschlüssels nach Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung lasse sich die Einrichtung das erste Jahr 1,9 Millionen Euro kosten.