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Eröffnet
Unterwegs auf dem Wortsegelwanderweg

Ludwin Scherer (links) und Armin Krass (rechts) führten die Wandergruppe über ihren neuen Wortsegelwanderweg.
Ludwin Scherer (links) und Armin Krass (rechts) führten die Wandergruppe über ihren neuen Wortsegelwanderweg. FOTO: Marion Schmidt
Sotzweiler. Die prägende Skulptur der Poesie gab dem neuen Weg seinen Namen. 50 Wanderbegeisterte hatten sich zu seiner Eröffnung eingefunden. Von Marion Schmidt

In der Gemeinde Tholey ist das Wandern jetzt auch des Dichters Lust. Denn dem auf einer Anhöhe nahe Sotzweiler in den Himmel ragenden Wortsegel wurde jetzt ein Wanderweg gewidmet. Als weithin sichtbare Landmarke akzentuiert die 13 Meter hohe und 30 Tonnen schwere Stahlskulptur als Denkmal für Poesie seit 2005 die Landschaft zu Füßen des Schaumbergs. Zwei segelförmige in der Dillinger Hütte gegossene Stahlplatten, gegeneinander verdreht aufgestellt und an den obersten Stellen miteinander verschweißt, zeichnen zwischen sich einen leeren Raum, der je nach Standpunkt des Betrachters neue Blickwinkel eröffnet. Schöpfer des Wortsegels ist der in Sotzweiler geborene Kunstprofessor Heinrich Popp. Er ließ es sich nicht nehmen, die offizielle Eröffnung des „Wortsegelwanderweges – eine Wanderung zwischen Vergangenheit und Zukunft“ zu begleiten.


Die Idee zu diesem neuen Wanderweg hatten Ludwin Scherer und Armin Krass von der Wortsegel-Wandergruppe Sotzweiler. „Auf einer unserer Wanderungen kam Ludwin mit der Idee, diese Wanderung zu kreieren. Wir wollten einen Weg schaffen, der direkt an dem Wortsegel vorbeiführt und die unseren Ort prägende Skulptur mehr in die öffentliche Wahrnehmung rückt“, erinnert sich Armin Krass. Bis zur Eröffnung sei viel Verwaltungsarbeit zu bewältigen gewesen, die dank der Unterstützung durch die Gemeinde Tholey gut gemeistert wurde. Krass: „Ich kann nur alle ermuntern, es uns gleich zu tun und aus Gedanken Taten zu entwickeln.“

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) lobte die Initiative der Wanderfreunde, die sich für ihre Heimat engagieren und diese mitgestalten wollen. Landrat Udo Recktenwald sieht in dem neuen Wanderweg einen weiteren Mosaikstein im Wanderkonzept des Landkreises. „Der Landkreis St. Wendel wird von den Touristen als Wanderregion geschätzt. Wandern macht bewandert. Die Wanderer wollen sich nicht nur in der freien Natur bewegen, sondern auch etwas über unsere Region erfahren. Der Wortsegelwanderweg ist eine schöne Symbiose von sportlicher Betätigung und Wissensvermittlung.“



Ehe die Einweihungswanderung mit 50 Wanderfreunden am Dorfbrunnen in Sotzweiler startete, überreichte Armin Krass den Ehrengästen ein eigens für diesen Anlass mit dem Wortsegel bedrucktes T-Shirt. Die erste Etappe des knapp acht Kilometer langen Weges führte von der Ortsmitte hinauf zum Wortsegel. Hier genossen die Wanderer den Blick um und durch die Stahlplastik und lauschten den Worten von Heinrich Popp. „Ich habe das Wortsegel der Poesie und meinem Sohn Gregor gewidmet, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Er hat keine Sprache. Da ich mich in meinem Berufsleben mit visueller Kommunikation beschäftigt habe, war es naheliegend, dieses Thema in eine Form zu bringen“, sagte Popp.

Vom Kunstwerk ging es weiter vorbei am Schaumbergkreuz  durch den Engscheider Wald und  das Tal des Breitwiesbaches. Unterwegs gewinnt der Wanderer wechselnde Panoramablicke über Sotzweiler zum Wortsegel, zur Dorfkirche sowie zum Schaumberg. Teilstücke der Wanderung verlaufen parallel zur Autobahn Richtung Trier. Sie stellen die räumliche Nähe der Denkmäler aus vergangenen Zeiten wie das Schaumbergkreuz oder die Wegekreuze zu den die Landschaft durchdringenden Monumenten der Moderne her. Armin Krass: „Diese Streckenführung ließ sich nicht vermeiden, passt aber zu unserem Motto des Wanderweges. Diese in Sichtweite der Autobahn verlaufenden Abschnitte lassen uns spüren, dass Vergangenheit und Zukunft nahe beieinanderliegen. Die Autobahn gehört eben zu unserem Alltag. Die entlang des Wanderweges stehenden Denkmäler erinnern an vergangene Zeiten.“ Nach einer Gehzeit von etwa zweieinhalb Stunden endete die Eröffnungswanderung am Dorfbrunnen in Sotzweiler.

Das Wortsegel, ein 13 Meter hohes Denkmal für Poesie, in der Nähe von Sotzweiler.
Das Wortsegel, ein 13 Meter hohes Denkmal für Poesie, in der Nähe von Sotzweiler. FOTO: Bonenberger