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Ausstellung
Urbane Zwischenräume im Porträt

„Vernissage subspaces Tholey“: Bürgermeister Hermann-Josef Schmidt, Laudatorin Karin Mansmann und Patrick Hoffmann (von links).
„Vernissage subspaces Tholey“: Bürgermeister Hermann-Josef Schmidt, Laudatorin Karin Mansmann und Patrick Hoffmann (von links). FOTO: Marion Schmidt
Theley. Unter dem Titel „Subspaces – Urbane Zwischenräume in schwarzweiß” läuft bis zum 28. April in Theley eine neue Fotoausstellung von Patrick Hoffmann. Von Marion Schmidt

Die Ausstellungssaison in der Gemeinde Tholey ist eröffnet. „Subspaces – Urbane Zwischenräume in schwarzweiß” lautet der Titel der ersten Ausstellung, die bis zum 28. April in Theley im Kleintierstall der Johann-Adams-Mühle sowie auf dem Schaumbergturm zu sehen ist. Der in Hasborn lebende Fotograf Patrick Hoffmann zeigt mit seinen Fotografien, urbane Räume, die jeder Passant finden könnte. Oft werden sie aber erst  auf den zweiten Blick entdeckt und wahrgenommen. „Durch meine Fotografie werden Alltagsgegenstände in einen künstlerischen Kontext erhoben. Kunstobjekte werden durch den Blickwinkel zu Alltäglichem“, sagt Patrick Hoffmann bei der Vernissage zu seiner Ausstellung im Kleintierstall der Johann-Adams-Mühle. Hier ist Teil eins der Ausstellung untergebracht. Teil zwei wird im Schaumbergturm ausgestellt. Zum einen, weil der Ausstellungsraum an der historischen Mühle nicht ausreichend Raum für alle Bilder bietet. Andererseits sollen mit der zweigeteilten Ausstellung Besucher zum Turm gelockt werden.


Etwa 40 Besucher, darunter Fotografen vom Fotoclub Schaumberg-Nahe, verfolgten die Ausführung von Laudatorin Karin Mansmann. Die Hasborner Künstlerin ist seit der aktuellen Gipfelkunst ein großer Fan von Patrick Hoffmanns Fotografie. „Patrick ist mir von einem Jahr zufällig begegnet, als ich an meinem Objekt für die Gipfelkunst arbeitete. Wir kamen ins Gespräch und als ich mir später auf seiner Flickr-Seite seine Fotografien anschaute, war ich sehr beeindruckt“, erzählt Mansmann.

Viele Fotos von Hoffmann entstehen auf Trekking- oder Radtouren durch unberührte Natur. Ein weiteres Steckenpferd ist ihm die Porträtfotografie. Künstlerisch jedoch konzentriert er sich mit Vorliebe auf die Stadt. Beruflich ist der Wirtschaftsingenieur oft in großen Städten unterwegs, etwa in Berlin. „Wenn die Zeit es erlaubt, laufe ich dann einfach los, oft abseits der Touristenrouten, und entdecke zufällig meine Motive“, verrät der Fotograf. Dabei ist sein bevorzugtes Ausdrucksmittel die Schwarzweiß-Fotografie. In Spandau hat er Säulen einer U-Bahn-Station fotografiert. Die Fokussierung auf nur ein Detail der Säule erhebt diese zu einem Kunstobjekt, das auf Farbnuancen in schwarz-weiß reduziert geradezu klassisch anmutet. Menschen sind in seinen urbanen Fotografien nur schemenhaft oder als Schaufensterpuppe angedeutet zu entdecken. „Ich bin zwar eher ein Fan der Farbfotografie. Schwarz-weiß hat aber auch seinen Reiz. Die Anonymität der Aufnahmen, ganz ohne Mensch, das passt“, sagt Christiane Nalbach aus Birkenfeld, die sich bei der Vernissage aufmerksam die Fotografien anschaut.



„Bei seiner Fotografie sind die Bildinhalte auf das Wesentliche reduziert und die Aussagekraft des Motivs bekommt dadurch ein ganz besonderes Gewicht und – oftmals eine außergewöhnliche Authentizität. Patrick faszinieren die Anonymität, die Distanz und die Verlorenheit des Individuums auf der einen Seite, aber auch die beruhigende Wirkung der architektonischen Ordnung auf der anderen Seite“, erläutert Karin Mansmann in ihrer Laudatio. Dabei verlässt sich der Fotograf alleine auf seinen Blick für ungewöhnliche Motive und seine Kamera. Seine Fotografien werden später nur minimal nachbearbeitet.

Seine Leidenschaft für das Fotografieren entdeckte Patrick Hoffmann in seiner frühen Kindheit. 1972 in Saarbrücken geboren und seit dem Kindesalter in Hasborn lebend, infizierte seine Mutter ihn mit dem Virus der Fotografie. „Ich besitze heute immer noch meine erste Kamera, die ich von meiner Mutter bekam“, verrät der Fotograf mit einem Glänzen in den Augen. Diese Kamera habe die Mutter damals von Quirin Lauscher gekauft, den Patrick Hoffman auf seiner Vernissage entdeckt.

Nach der Vernissage in der Johann-Adams-Mühle pilgert der Fotograf mit seinen Gästen zum Schaumbergturm, um dort den zweiten Teil seiner Ausstellung zu präsentieren.

Die Ausstellung ist bis zum 28. April zu sehen – in der Johann-Adams-Mühle sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr, im Schaumbergturm täglich von 10 bis 18 Uhr.

Eine der fotografischen Impressionen aus der urbanen Welt, die der in Hasborn lebende Fotograf Patrick Hoffmann präsentiert.
Eine der fotografischen Impressionen aus der urbanen Welt, die der in Hasborn lebende Fotograf Patrick Hoffmann präsentiert. FOTO: Patrick Hoffmann