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Tholeys Defensive geht am Krückstock

Tholey. Fußball-Landesligist SF Tholey ist durch fünf Niederlagen in Serie plötzlich in Abstiegsgefahr geraten. Der Grund für die Misere: Fast die komplette Defensive ist verletzt. An diesem Sonntag kommt nun Spitzenreiter Marpingen-Urexweiler. Philipp Semmler

Der Blick auf die Tabelle sorgt bei den Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten Sportfreunde Tholey derzeit für Schweißausbrüche. Denn fünf Spieltage vor dem Runden-Ende sind die SF auf den fünftletzten Platz abgerutscht. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ist auf sieben Zähler zusammengeschrumpft. "Es ist normal nicht unser Anspruch, um den Ligaverbleib zu spielen, aber jetzt geht es für uns nur noch darum, die Klasse zu halten", sagt Tholeys Spielausschuss-Vorsitzender Oliver Müller.



Dabei sah vor vier Wochen alles noch so rosig aus. Durch einen 2:1-Sieg gegen die SG Neunkirchen-Selbach am 19. März blieben die SF im vierten Spiel nach der Winterpause unbesiegt. Tholey war Tabellenachter, die Abstiegszone weit entfernt. Doch dann wurde die Personallage immer prekärer. Mittlerweile sind bei den SF fünf Leistungsträger verletzt - und alle aus dem Defensivbereich.

Spielertrainer Mike Forster hat einen Meniskus-Riss und einen Knorpelschaden im Knie. Beim zweiten Spielertrainer Matthias Wöllner hat sich eine Prellung in der Wade entzündet. Da die Gefahr einer Thrombose besteht, muss auch er länger pausieren. Torwart Marco Klein fehlt wegen einer Meniskusoperation, Thomas Welsch hat einen Riss im Schambeinbereich, Michael Neis eine Achillessehnen-Reizung. "Mit Michael Holz ist derzeit nur ein Spieler aus unserer etatmäßigen Defensiv-Formation nicht verletzt", stöhnt Müller.

Und so ist die Tholeyer Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse geworden. Fünf Niederlagen haben die SF zuletzt in Folge kassiert - und dabei satte 21 Gegentreffer einstecken müssen. Negativer Höhepunkt war die 3:7-Pleite am Ostermontag bei Aufsteiger SF Güdesweiler. Und ausgerechnet jetzt, wo die Abwehr alles andere als sattelfest ist, kommt an diesem Sonntag, 15 Uhr, Tabellenführer SG Marpingen-Urexweiler.

Doch auch beim Ligaprimus lief zuletzt nicht alles nach Plan. Am Gründonnerstag kassierte das Team von Trainer Oliver Braue eine überraschende 1:2-Niederlage gegen Güdesweiler. Am Ostermontag kam Marpingen bei Abstiegskandidat SV Hirzweiler-Welschbach nicht über ein 1:1 hinaus. Bitter: Gegen Güdesweiler kassierte die SG das entscheidende Gegentor in letzter Sekunde. In Welschbach traf Marpingen auf einen nach einem Trainerwechsel (Damir Schumacher löste Helmar Recktenwald ab) beflügelten Gegner. "Ich mache mir wegen dieser beiden Spiele aber keinen Stress", sagt Braue. "Wir werden auch wieder Siege feiern, und wir wollen eine bislang überragende Saison mit dem Aufstieg krönen."

Dass Marpingen-Urexweiler den Sprung in die Verbandsliga schaffen kann, davon ist Braue überzeugt. "Wir treten bislang sehr diszipliniert und konzentriert auf. Und wir haben als Mannschaft seit der Winterpause einen weiteren Schritt nach vorne gemacht", erklärt der 49-Jährige. Zudem hat Winter-Neuzugang Maximilian Recktenwald toll eingeschlagen. Der Rückkehrer vom FV Eppelborn hat in acht Partien schon zehn Mal getroffen. Er könnte ein entscheidender Faktor im Titelkampf werden.

Weitere Ausrutscher wie gegen Güdesweiler und Hirzweiler darf sich die SG allerdings nicht erlauben. Denn die Konkurrenz sitzt im Nacken. Verfolger 1. FC Lautenbach hat nur einen Punkt weniger. Auch der Tabellendritte VfB Hüttigweiler (drei Zähler weniger) und der SV Wustweiler (vier Punkte weniger) mischen noch im Aufstiegsrennen mit. Am vorletzten Spieltag (14. Mai) kommt es in Marpingen zum Gipfeltreffen. Dann empfängt die SG Verfolger Lautenbach.

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