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Fußball
SF Tholey ziehen Mannschaft zurück

Die sportliche Leistung bei den SF Tholey (gelb) hat in der vergangenen Saison nicht gestimmt. Im März verlor die Mannschaft gegen die der SG Saubach (grün) mit 5:1. Auf dem Bild zu sehen Kristi Dibra (links) und Lukas Warken.
Die sportliche Leistung bei den SF Tholey (gelb) hat in der vergangenen Saison nicht gestimmt. Im März verlor die Mannschaft gegen die der SG Saubach (grün) mit 5:1. Auf dem Bild zu sehen Kristi Dibra (links) und Lukas Warken. FOTO: Kerosino / Achim Thiel
Tholey. Wegen Personalmangels hat der Vorstand der Sportfreunde sich zu diesem Schritt entschlossen. Von Frank Faber

Die Sportfreunde Tholey (SF) haben vergangene Woche ihre Mannschaft für ein Jahr vom Spielbetrieb aus der Fußball-Bezirksliga St. Wendel zurückgezogen, weil am Ende nur sieben Spieler übrig geblieben waren. Auf der anderen Seite haben 16 Kicker dem Verein den Rücken gekehrt. „Für uns ein bitterer Gang. Die Spielerdecke war nicht ausreichend. Mir war es wichtig eine klare Kante gegenüber dem Verband und anderen Mannschaften zu machen“, sagt der stellvertretende SF-Vorsitzende Achim Fleck zum temporären Rückzug.


Er sieht die eigentliche Ursache in der zurückliegenden Saison. „Wir haben alles gemacht, um dem Ganzen entgegenzutreten“, stellt Fleck fest. Aber nach schwacher Rückrunde sind die SF mit 25 Punkten als Tabellenvorletzter aus der Landesliga-Nord in die Bezirksliga St. Wendel abgestiegen. „Die sportliche Leitung mit Spielertrainer Mike Bach hat es nicht mehr hinbekommen, eine Mannschaft zu formieren. Das Grundgerüst war gut, die Qualität war vorhanden“, meint Fleck. Nur noch maue sechs Pünktchen in 14 Partien hat das Landesligateam im Spieljahr 2018 eingefahren.

Im März hat der Verein mit Giuseppe Mangiardi (29, SG Marpingen-Urexweiler II) und Kai Schäfer (32, SG Scheuern/Dörsdorf/Steinbach) ein neues Spielertrainer-Duo für die Saison 2018/19 präsentiert. „Für uns war es wichtig, dass wir Trainer holen, die aus der näheren Umgebung kommen“, sagt Fleck damals.



Gemeinsam mit den Trainern hat er frühzeitig versucht, die Saisonplanung voranzutreiben und Spieler zu halten oder welche nach Tholey zu lotsen. „Aber ständig kursierende Gerüchte, wir würden zumachen, waren bei Gesprächen mit eventuellen Neuzugängen nicht hilfreich“, sagt Achim Fleck.

Er zeigt sich verärgert über die von außen herangetragenen Störfeuer, die wie ein Damoklesschwert über dem Verein hingen. Desweiteren bezeichnet der Spielausschuss-Chef die Entwicklung in den unteren Spielklassen als überaus bedenklich. „Die finanziellen Forderungen von manchen Spielern sind immens“, berichtet er von völlig überzogenen Vorstellungen im Amateurfußball. All die Gespräche haben zu wenig Zusagen gebracht. „Es klappt so nicht, mir ist es sehr schwergefallen den Trainern das zu sagen“, gesteht Fleck. Bei einer Vorstandssitzung blieb dem Verein nur noch die Notbremse zu ziehen und die Mannschaft für ein Jahr vom Spielbetrieb abzumelden. „Der Schritt war recht groß, aber es war richtig, es jetzt so machen“, verdeutlicht der stellvertretende Vorsitzende.

Im kommenden Jahr feiern die im Jahre 1919 gegründeten Sportfreunde ihren 100. Geburtstag und wollen dann wieder in der A-Klasse mit einer Mannschaft an den Start gehen. „Wir sind auch offen für eine Kooperation mit einem anderen Verein“, was für Fleck eine Alternative darstellt. Fußball gespielt wird trotzdem weiterhin in Tholey. Laut Fleck tragen die A-Junioren der JFG Schaumberg-Prims II ihre Heimspiele im Abteistadion aus. Bei den Alten Herren bilden die Sportfreunde eine Spielgemeinschaft mit dem VfB Theley.

Vom Rückzug profitieren die SF Winterbach, die als bester Bezirksliga-Absteiger den freien Platz einnehmen und weiter in der Spielklasse antreten können. Winterbach wurde in der Spielrunde 2017/18 mit 31 Punkten Tabellen-13. und ist in die A-Klasse-Blies abgestiegen.