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Messe
Schüler wagen Blick in die Berufswelt

Am Stand der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in St.Wendel konnten sich Schüler Infos über technische Berufe holen.
Am Stand der Ausbildungswerkstatt der Bundeswehr in St.Wendel konnten sich Schüler Infos über technische Berufe holen. FOTO: Marion Schmidt
Theley. Die Schule endet schneller, als man denkt. Und dann? Darauf gab die Ausbildungsmesse an der Gemeinschaftsschule Schaumberg Antworten. Von Marion Schmidt

Die Gemeinschaftsschule Schaumberg in Theley beschritt neue Wege. Schüler und Lehrer schauten gemeinsam über den Tellerrand der schulischen Ausbildung hinaus und wagten bei der ersten eigenen Berufsstartermesse „[aus]bildung“ einen Blick in die Berufswelt. Auch wenn der Schulabschluss noch lange nicht in Sicht ist, müssen sich Jugendliche über ihre Zukunft Gedanken machen und beispielsweise in Praktika erste Erfahrungen in der realen Arbeitswelt sammeln und das erleben, was sie zuvor in den Fächern „Arbeitslehre“ und „Beruf und Wirtschaft“ in der Theorie gehört haben.


Aber wie findet sich der richtige Praktikumsplatz? Und wie geht es nach dem Abschluss weiter? Weiterführende Schule oder Ausbildung? Die Hausmesse sollte die Schüler bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen zur beruflichen Orientierung unterstützen. „Wir wollten unseren Schülern eine geschlossene Messe bieten, auf der sie unter sich sind und sich entspannt ohne viel Trubel über die verschiedenen Berufsfelder informieren können“, erklärt Schulleiter Eric Planta. Damit die Messe auch die Interessen der Jugendlichen trifft, hatten die Lehrer unter Federführung von Oliver Knob im Vorfeld mit den Schülern der achten bis zehnten Klassenstufen im Wahlpflichtbereich „Beruf und Wirtschaft“ fünf Schwerpunkte erarbeitet. Über 49 Ausbildungsberufe und die Ausbildungsmöglichkeiten „vor der eigenen Haustür“ konnten sich die Schüler dann während der Messe informieren. 34 Betriebe stellten sich vor und standen 250 Schülern Rede und Antwort. Das Spektrum der anwesenden Unternehmen reichte von Pflegeberufen über das Handwerk und den kaufmännischen Bereich bis zur Kfz-Branche hin zu den Berufen Mediengestalter, Forstwirt und Hebamme.

Jeder Schüler war zur eigenen Orientierung mit einem Laufzettel unterwegs und konnte so gezielt bestimmte Berufsfelder ansteuern. Eric Planta: „Im Landkreis St. Wendel soll eine Offensive die Verweildauer der Schüler verkürzen zugunsten von klassischen Ausbildungsberufen. Damit sollen Unternehmen der Region, die dringend Nachwuchs suchen, unterstützt werden.“ Corinna Tonnellier präsentierte in einem Klassenraum einen allseits bekannten Discounter. „Viele wissen gar nicht, welche Berufsfelder in unserem Unternehmen stecken und dass man mit uns auch ein duales Studium absolvieren kann. Bei einigen Schülern konnte ich bereits Interesse wecken“, verriet die Mitarbeiterin der Personalabteilung. Lena Morsch verfolgte gebannt die Ausführungen der Referentin. „Ich finde es gut, dass wir hier in unserer Schule in die verschiedenen Berufe reinschnuppern können. Nach meinem Schulabschluss würde ich gerne in der Verwaltung im Büro arbeiten, vielleicht auch im Bereich Medien“, verriet die 15-jährige Schülerin. Auch Peter Schön hörte sich Corinna Tonnelliers Vortrag an und hatte schon erste Vorstellungen von seinem nachschulischen Werdegang. „Ich möchte erst einmal Abi-
tur machen und dann einen kaufmännischen Beruf lernen, vielleicht ja bei der Verwaltung in St. Wendel“, sagte der 14-jährige Schüler.



In einem anderen Klassenraum stellte ein Modellbau-Unternehmen seine technischen Berufsfelder vor. Lars Haase aus Sotzweiler hörte konzentriert zu und interessierte sich besonders für das Thema Automatisierung. Was seine berufliche Zukunft anbelangt, hat er schon sehr konkrete Vorstellungen.

„Ich fand das Thema Automatisieren von Dingen schon immer spannend. Nach dem Abitur möchte ich Informatik und vielleicht Psychologie studieren. Psychologie, weil ich wissen will, wie die Menschen denken und wie man sehen kann, ob es einem gut oder schlecht geht“, erzählte der 13-jährige Schüler, der in seiner Freizeit auch
schon einmal selbst etwas programmiert hat.

Die erste schulinterne Ausbildungsmesse an der Gemeinschaftsschule in Theley war für die lokalen Unternehmen eine willkommene Gelegenheit, mit ihrem Nachwuchs von morgen schon frühzeitig in Kontakt zu treten und für ihre Ausbildungsberufe zu werben. Radio BigFM war innerhalb seiner „Schooltour“ zu Gast in Theley, sorgte für das musikalische Programm.