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Perfekter Ort für den Wechsel der goldenen Kordel

100 Soldaten sind angetreten, als unter der Leitung von Oberstleutnant Peter Temmesfeld (Mitte) Rigolbert Osburg (links) die goldene Kordel des Spießes an Frank Schmitt übergibt. Foto: B&K
100 Soldaten sind angetreten, als unter der Leitung von Oberstleutnant Peter Temmesfeld (Mitte) Rigolbert Osburg (links) die goldene Kordel des Spießes an Frank Schmitt übergibt. Foto: B&K FOTO: B&K
Tholey. Fernmeldekompanie aus Lebach hat einen neuen Kompaniefeldwebel. Feierliche Zeremonie am Schaumbergturm. Melanie Mai

Antreten vor dem Schaumberg-Turm in Tholey. Einen besseren Ort für diese Zeremonie könnte es gar nicht geben, sagte Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Sei doch der Turm ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft, außerdem ein Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt. Passend also, da die Bundeswehr-Einheit, die am Mittwochmorgen im Mittelpunkt stand, der deutsche Anteil am Eurocorps Straßburg ist. Das Eurocorps wurde 1992 von Deutschen und Franzosen aufgestellt. Mittlerweile gehören auch Belgier, Polen und Spanier dazu.


Der Kompaniefeldwebel der Fernmeldekompanie mit Sitz in Lebach, Oberstabsfeldwebel Rigolbert Osburg, geht zum 30. September in den Ruhestand und übergab die goldene Kordel, die den Spieß kennzeichnet, ganz offiziell an Oberstabsfeldwebel Frank Schmitt - unter Führung von Oberstleutnant Peter Temmesfeld aus Straßburg. Für Schmitt ist die Aufgabe als "Mutter der Kompanie", wie der Spieß gerne genannt wird, nicht neu. Acht Jahre lang hatte der 46-Jährige diese Aufgabe bei den Fallschirmjägern in Lebach inne. So betont denn auch Osburg die "entspannte Übergabe". Ein Reinschnuppern sei gar nicht notwendig gewesen, denn "Du kennst den Laden hier besser als ich", sagte er direkt an seinen Nachfolger gerichtet. Dieser freut sich auf seine neue Aufgabe: "Die Verantwortung über eine Kompanie zu haben, ist das Höchste was man erreichen kann." Jetzt werde der Soldat aus Thalexweiler erst einmal seine Truppe kennenlernen - 164 Leute sind ihm unterstellt. Dann werde er loslegen - "fair und transparent", wie er selbst seinen Führungsstil beschreibt. Diese Art waren die Soldaten auch von Osburg gewohnt, der seine kurze Zeit als Spieß - im November übernahm er die Aufgabe - sehr genossen habe: "Man sagt mir nach, ich bin zu lieb", meinte er mit einem Schmunzeln im Gesicht im Schatten des Schaumbergturmes. Dennoch habe er in Lebach jemanden kennengelernt, der noch lieber sei als er: Kompaniechef Major Matthias Kubenz. Es sei schon mal vorgekommen, dass der Chef vor Osburgs Schreibtisch gestanden habe und diesem Arbeit abnehmen wollte. "Sowas kommt nicht häufig vor", sagte Osburg.

Kubenz ist auch der Mann, der für den außergewöhnlichen Ort der Zeremonie verantwortlich war. Solche Wechsel, so sagte er, seien militärischer Alltag und würden häufig in den Kasernen "versteckt". Seine Einheit sei aber eine besondere - und daher gehe sie hinaus zu den schönsten Plätzen des Saarlandes. "Und was passt da besser als eine deutsch-französische Begegnungsstätte?"