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Neuer Pächter
Mehr Alpen-Flair fürs Schaumbergplateau

Blick auf die im Nebel versunkene Schaumberg-Alm. Seit 1. Oktober ist das Ausflugslokal geschlossen. Ab Dezember können Gäste hier an drei Tagen in der Woche wieder ihren Kaffee genießen. Ein neuer Pächter übernimmt.
Blick auf die im Nebel versunkene Schaumberg-Alm. Seit 1. Oktober ist das Ausflugslokal geschlossen. Ab Dezember können Gäste hier an drei Tagen in der Woche wieder ihren Kaffee genießen. Ein neuer Pächter übernimmt. FOTO: Evelyn Schneider
Tholey. Ab Dezember übernimmt die Manin-Gastrogruppe die Alm. Sie will teilweise umbauen, eine Hütte soll dazukommen. Der neue Pächter hat sich gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt. Von Evelyn Schneider

In Nebel gehüllt, liegt sie gerade etwas verlassen da. Hält seit Anfang Oktober verfrühten Winterschlaf. Denn zum 30. September hat der bisherige Pächter der Schaumberg-Alm den Betrieb beendet, wurde der Pachtvertrag mit der Deutsch-Französischen Begegnungsstätte Schaumberg GmbH als Besitzer des Lokales gekündigt. Umgehend startete die Suche nach einem Nachfolger – und das mit Erfolg. Schon Anfang Dezember wird die Schaumberg-Alm aus ihrem Dornröschen-Schlaf geweckt. Ab dann bespielt die Manin-Gastrogruppe, die unter anderem schon ein Café und Restaurant in St. Wendel betreibt, das Ausflugslokal auf dem Schaumbergplateau.


Alles ging recht schnell. Bis 12. Oktober hatten potenzielle Pächter die Gelegenheit, ihre Bewerbungen einzureichen. Insgesamt sechs sind eingegangen, wie Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) berichtet. Diese beinhalteten teils auch inhaltliche und bauliche Veränderungsvorschläge. „Das Defizit der Alm ist der Gastraum, der mit 48 Sitzplätzen für manche Anlässe zu klein ist“, so der Rathaus-Chef. Außerdem gibt es noch eine Außenterrasse mit etwa 80 Plätzen sowie einen Biergarten mit 300 Sitzplätzen.

Mit den potenziellen Pächtern seien Bewerbungsgespräche geführt worden, erklärt Schmidt das weitere Prozedere. Alles zum Stichtag 31. Oktober: An diesem Tag traf sich der Aufsichtsrates der Deutsch-Französischen Begegnungsstätte Schaumberg, hatten die Bewerber die Gelegenheit, nochmal vor dem kompletten Gremium zu punkten. Allerdings erschienen am Ende nur drei der sechs Interessierten. „Drei Bewerber hatten vor der Sitzung ihr Angebot zurückgezogen.“



Hermann Josef Schmidt ist sich der Tatsache bewusst, dass es eine Herausforderung ist, ein Ausflugslokal zu betreiben. Es gebe Tage, an denen nicht viel los ist, an anderen wiederum sei der Laden voll. „Es ist ein witterungsabhängiges Geschäft.“ Damit aufnehmen will es die Manin-Gastrogruppe. Getreu dem Konzept-Motto „Dem Himmel so nah“ ist es die besondere Lage der Alm auf dem Schaumberg, die gefällt. „Es ist der höchste Biergarten im Saarland“, sagt Geschäftsführer Cornel Hahnenberg. Ihm sei bewusst, dass es mitunter schwierig ist, die Menschen beruflich für das Gastronomie-Segment zu begeistern. Doch freue er sich auf das, was kommt. „Es ist eine freudige Herausforderung“, sagt er und lacht.

Es ist ein mehrstufiges Konzept, das das Manin-Team vorgestellt hat. „Einstimmig hat sich der Aufsichtsrat dafür entschieden“, so Schmidt. Als Interimslösung übernimmt die Gastrogruppe zunächst die bestehende Alm. Ab Dezember ist freitags, samstags und sonntags jeweils am Nachmittag geöffnet. Diese Regelung gelte wohl bis April/Mai.

Während dieser Zeit wird parallel bereits fleißig am neuen Aussehen der Schaumbergalm gearbeitet. So ist geplant, vor das Gebäude eine 15 mal 20 Meter große Hütte zu stellen. Diese bietet Raum für 200 Sitzplätze. Wie Hahnenberg berichtet, haben er und Klaus Körner sich solche Hütten bereits in Österreich angeschaut und den entsprechenden Hüttenbauer an der Hand. Um das Alpen-Flair noch zu steigern, wird um die Alm ein überdachter Umlauf gebaut.

Aber nicht nur Außen wird sich einiges verändern, auch im Innern. So wird die Küche umgebaut und umorganisiert. Wie Bürgermeister Schmidt verrät, soll die Essens- und Getränkeausgabe künftig so platziert werden, dass sie sowohl vom Biergarten als auch von Gastraum aus zu erreichen ist. Cornel Hahnenberg nennt den kompletten Zeitplan als ehrgeizig. „Aber, wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder“, scherzt er.

Als Beweggründe für das Engagement auf dem Schaumberg nennt Hahnenberg zum einen den Wunsch von ihm und Manin-Inhaber Klaus Körner mit der Gastronomie weiter zu wachsen. „Das Thema alpenländische Küche hat uns schon immer begeistert“, so der Geschäftsführer. Seine Großeltern hätten schon eine Dorfgaststätte betrieben, ebenso wie Körners Mutter. Somit hat Cornel Hahnenberg auch schon verraten, dass sich auch die Karte dem Alpen-Flair anpassen wird. Genaueres wollte er aber noch nicht sagen.

Insgesamt 850 000 Euro werden in die Gastronomie auf dem Schaumbergplateau investiert. Wovon die Manin-Gastrogruppe, die noch eine eigenständige Gesellschaft in Sachen Alm gründen wird, einen hohen fünfstelligen Betrag stemmt. Die Restfinanzierung erfolge durch einen Dritten, wie Schmidt erläutert. Somit entstehen für die Deutsch-Französischen Begegnungsstätte Schaumberg keine Kosten. „Es ist eine wichtige Investition für die Gemeinde und den Schaumberg, der ein Besuchermagnet ist“, bewertet Schmidt.