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Fußball-Landesliga
Überroth verliert seltener als der FC Bayern

Thomas Maldener.
Thomas Maldener. FOTO: -sp- ISDN/Mail
Überroth. Der SV ist nicht aufzuhalten. Nach dem Durchmarsch von der Kreis- in die Landesliga steht der Club auch dort wieder an der Spitze.  Von Philipp Semmler

So kann man sich täuschen: „Diese Saison spielen wir garantiert nicht oben mit“, hatte Thomas Maldener, gemeinsam mit Stefan Höwer Trainer beim Fußball-Landesligist SV Überroth vor dem Saison-Beginn gesagt. Doch jetzt steht der Liganeuling, dem zuletzt zwei Aufstiege in Folge gelangen, auch in der Landesliga Nord an der Tabellenspitze.


Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenvierten SG Neunkirchen-Selbach (Sonntag, 15 Uhr) hat der Club fünf Zähler Vorsprung auf die Verfolger SG Schiffweiler-Landsweiler/Reden und SG Lebach-Landsweiler II. Sechs Punkte sind es auf den kommenden Gegner.

„Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt Maldener. „Erst recht nicht, als vor der Saison zwei wichtige Spieler ausgefallen sind.“ Der defensive Mittelfeldspieler Tobias Besch zog sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu. Torjäger Christian Hero konnte wegen eines Innenmeniskus-Risses noch keine Partie absolvieren. „Wir haben es geschafft, das über mannschaftliche Geschlossenheit zu kompensieren. Viele weitere Ausfälle darf es aber nicht mehr geben, sonst wird’s eng.“



Dann wäre auch die sensationelle Bilanz seines Clubs in Gefahr: Überroth verlor in den vergangenen zweieinhalb Jahren insgesamt nur sechs Ligaspiele (je zwei pro Saison). Da kann selbst der auf nationaler Ebene konkurrenzlose deutsche Rekordmeister FC Bayern München nicht mithalten. Der ging seit Beginn der Spielzeit 16/17 in der Bundesliga acht Mal als Verlierer vom Platz.

Aber wie gelang Überroth diese Erfolgsserie? Nach dem Sturz in die Kreisliga vor viereinhalb Jahren scheiterten die Blau-Weißen zunächst zwei Mal am Wiederaufstieg. Dann wurde Stefan Höwer als Spielertrainer verpflichtet. Maldener, der seit dieser Saison mit Höwer ein Spielertrainer-Duo bildet, kehrte als Spieler und Co-Trainer von Saarlandligist VfL Primstal zu seinem Heimatverein zurück. „Unser Ziel als Verein war es, noch weitere einheimische Spieler zurückzuholen und so wieder erfolgreicher zu sein“, erklärt Maldener. Und diese Taktik ging voll auf: „Bereits in unserer ersten Saison konnten wir Torwart Dennis Kirch und Christian Hero zu einer Rückkehr bewegen“, erinnert sich Maldener. Ex-Oberliga-Spieler Hero, hatte seine Schuhe wegen vieler Verletzung ein paar Jahre vorher an den Nägel gehängt.

Mit Max Herrmann und Jan Schuster kamen im Laufe der Zeit weitere Rückkehrer. „Hinzu kamen noch ein paar Spieler aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zu uns passen“, erklärt Maldener. Ein weiteres Erfolgsrezept ist die Kameradschaft. „Wir treffen uns nicht nur dreimal die Woche zum Fußball, sondern unternehmen auch sonst noch viel gemeinsam“, verrät Maldener.

Auf dem Platz profitiert Überroth seit Sommer 2016 vor allem von einer guten Defensive. Aktuell hat der Club die wenigsten Gegentreffer der Landesliga Nord (13). In den beiden vergangenen Spielzeiten stellte der Verein ebenfalls die beste Abwehr in der jeweiligen Liga. Am Sonntag wird die SV-Defensive allerdings auf eine harte Probe gestellt. Denn Neunkirchen-Selbach hat mit 59 Toren die mit Abstand meisten Treffer der Liga erzielt.