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Joker Scheid macht den Sack zu

Hasborn. Der VfL Primstal hat am Freitagabend in der Fußball-Saarlandliga das prestigeträchtige Derby beim SV Hasborn mit 2:0 zu seinen Gunsten entscheiden können. Tim Roob und der eingewechselte Julian Scheid trafen für die Gäste. Philipp Semmler

Für die Fußballer des SV Hasborn hat sich in der Saarlandliga ausgerechnet der Lokalrivale zum Angstgegner entwickelt. Am Freitag unterlagen die Rot-Weißen vor 900 Zuschauern dem VfL Primstal zu Hause mit 0:2 (0:0). Für Primstal war es seit dem Saarlandliga-Aufstieg 2014 der sechste Sieg gegen den SV. Nur einmal gewann Hasborn das Derby am Schaumberg.


Im Aufeinandertreffen am Freitag sorgte der in der Pause für Torjäger Lukas Biehl eingewechselte Primstaler Nachwuchs-Stürmer Julian Scheid für die Entscheidung. Er traf in der 83. Minute zum 2:0-Endstand für den VfL. Allerdings war sein Tor höchst umstritten. Nach einem Freistoß von der rechten Seite von Steffen Haupenthal legte Pascal Schmidt am zweiten Pfosten den Ball mit dem Kopf für Scheid auf. Sein Schuss ging Richtung rechtes Eck und wurde von Hasborns Schlussmann Christian Reiter pariert - allerdings wohl hinter der Linie. Schiri Thorsten Rock entschied auf Tor und sorgte damit für Unmut bei den Gastgebern. Reiter beschwerte sich lautstark und sah ebenso wie Nikolas Wilhelm, der sich als Auswechselspieler hinter dem Tor warmlief, Gelb.

Auch nach dem Schlusspfiff war Reiter noch fuchsteufelswild. "Der war ganz klar nicht drin, der Ball hatte noch nicht mal die Linie berührt. Das war im Leben kein Tor", ärgerte sich der Schlussmann. Torschütze Scheid sah es anders: "Meiner Meinung nach war er über der Linie." Beim 19-Jährigen war die Freude über sein Tor und den 2:0-Erfolg beim SV Rot-Weiß Hasborn natürlich riesengroß: "Wir wollten unbedingt zeigen, dass wir die Nummer Eins sind. Und das ist uns durchaus gelungen."

Auch sein Trainer Andreas Caryot war zufrieden. "Der Sieg war ein bisschen glücklich, aber sicher nicht ganz unverdient", erklärte der VfL-Übungsleiter. "Hasborn hatte vor allem in der ersten Hälfte ein optisches Übergewicht. Wir sind erst kurz vor der Pause wach geworden, haben danach aber klarer gespielt", erklärte der Trainer weiter.

Im ersten Durchgang passierte vor den Toren lange wenig, ehe die Gäste eine Doppelchance hatten. In der 41. Minute scheiterte Biehl am gut reagierenden Reiter. Knapp 60 Sekunden später konnte sich der Hasborner Torwart erneut auszeichnen, als er einen 17-Meter-Schuss von Haupenthal parierte.



In der 61. Minute gelang Primstal der Führungstreffer. Hasborns Mathias Zöhler wollte das Leder in der eigenen Hälfte zu Torwart Reiter zurückspielen. Doch seine Rückgabe geriet zu kurz. Tim Roob spritzte dazwischen und schob zum 0:1 ein. Kurz danach waren die Hausherren nur noch zu Zehnt auf dem Feld, als Karsten Rauber nach einem Foul an Pascal Limke Gelb-Rot sah. Hasborn war in Unterzahl zwar um den Ausgleich bemüht, der sollte aber nicht mehr gelingen.