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Lesung
Johannes Kühn stellt sein neuestes Werk vor

Dichter Johannes Kühn bei der Zeitungslektüre. Am 21. Oktober ist er zu Gast im Himmelszelt auf dem Schaumberg.
Dichter Johannes Kühn bei der Zeitungslektüre. Am 21. Oktober ist er zu Gast im Himmelszelt auf dem Schaumberg. FOTO: Anton Didas
Tholey. Der Schaumberg hat im Werk des Dichters Johannes Kühn aus Hasborn einen besonderen Rang. „Nenne ihn Hirt seiner Dörfer, der verteilt seiner Wolken Regen, wie auch die Jahre Zeiten und Schicksale würfeln“, heißt es in einem seiner bekanntesten Gedichte über die dominante Erhebung des Saarlands. Von red

Insofern ist es nur logisch, dass das neueste Werk des Lyrikers am Sonntag, 21. Oktober, im neuen Himmelszelt auf dem Schaumberg vorgestellt wird.


Kurz vor seinem 85. Geburtstag, den er am 3. Februar nächsten Jahres in seinem Heimatort begehen will, offeriert der Autor, unterstützt von seinen Freunden Irmgard und Benno Rech, in diesem Buch mit dem Titel „Besitzlos, den Schmetterling feiernd“ eine Retrospektive auf sein Schaffen und eine Auswahl seiner wichtigsten Poeme aus den verschiedenen Phasen seines Lebens. Einen zusätzlichen Reiz erhalte das Werk, das seit Kurzem für 25 Euro im Buchhandel erhältlich ist, durch die Zeichnungen und Aquarelle des aus Sotzweiler stammenden Künstlers Heinrich Popp, der durch die stählerne Wortsegel-Plastik bekannt geworden ist. Das teilt die Gemeinde Tholey mit.

Heinrich Popp hat 20 Jahre als Professor an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken gelehrt und kennt Johannes Kühn seit mehr als 50 Jahren. Vor einiger Zeit hatte er den Dichter über mehrere Monate hin immer wieder an seinem Stammplatz im Gasthaus Huth in Hasborn sowie an anderen Orten getroffen und, davon inspiriert, zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle gefertigt. „Sie beziehen sich auf die Welt Johannes Kühns, auf dessen Vorstellungen, Vorlieben und Motive“, heißt es dazu im Nachwort des Verlages. Eine der Darstellungen zeigt den Lyriker mit einem Schmetterling auf der Nase – und unwillkürlich denkt man an dessen titelgebendes Gedicht über Hasborn, in dem es heißt: „Besitzlos, den Schmetterling feiernd, den Bruder über den grünen Wiesen, gehe ich, die Schuhe voll Spott.“



Der neue Gedichtband umfasst 160 Seiten und wurde von dem Münchner Verleger Armin Sinnwell, der aus Hüttersdorf im Saarland stammt, im Verlag Rubicon herausgebracht. Bei einer „Literarischen Dämmerstunde“ wird das Werk am Sonntag, 21. Oktober, um 17 Uhr auf dem Schaumberg in Anwesenheit der beiden Künstler vorgestellt. Neben Lesungen und kurzen Erläuterungen sind auch Gespräche des Moderators Klaus Brill mit Johannes Kühn, Heinrich Popp und Armin Sinnwell geplant. Außerdem werden der Autor und der Künstler Bücher signieren. Der Eintritt ist frei.

Die Gemeinde Tholey, die Johannes Kühn bereits zu ihrem Ehrenbürger ernannt hat, will ihm zum 85. Geburtstag am 3. Februar 2019 erneut eine besondere Feier ausrichten. Geplant ist eine öffentliche Veranstaltung in der Kulturhalle Hasborn. Johannes Kühn zähle zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikern der Gegenwart und habe vor allem mit seinen Dorf- und Naturgedichten weit über das Saarland hinaus Anerkennung gefunden, heißt es vonseiten der Gemeinde. Unter anderem war er beim Bundespräsidenten eingeladen und erhielt für sein Schaffen den Friedrich-Hölderlin-Preis.