| 21:15 Uhr

Im Reich der kleinen Tiere

Hasborn-Dautweiler. "Was gibt es denn bei uns an kleinen Tieren?" Martin Lillig, eine der umweltbiologischen Fachkräfte des Naturschutzbundes, schaut in die Gesichter der Erstklässler der Hasborner Grundschule und wartet auf eine Antwort. "Also mal keine giftigen Schlangen, auch keine Skorpione und natürlich auch keine Löwen." Die Kinder lachen

Hasborn-Dautweiler. "Was gibt es denn bei uns an kleinen Tieren?" Martin Lillig, eine der umweltbiologischen Fachkräfte des Naturschutzbundes, schaut in die Gesichter der Erstklässler der Hasborner Grundschule und wartet auf eine Antwort. "Also mal keine giftigen Schlangen, auch keine Skorpione und natürlich auch keine Löwen." Die Kinder lachen. Ein Junge ruft: "Aber Kreuzspinnen." Martin Lillig stimmt zu: "Ja, die gibt es hier. Wer glaubt denn, dass sie giftig sind?" Die Kinder sind unentschlossen. Es gibt eine Menge Ja-Stimmen, aber auch viele Nein-Stimmen. Der Umweltexperte erklärt weiter: "Sie sind wirklich giftig, aber nicht für die Menschen. Ihr könnt sie ruhig einmal in die Hand nehmen."So beginnt am Dienstag eine der Unterrichtsstunden in Naturkunde für die Grundschüler neben dem so genannten KunterBundmobil. Die davor aufgestellten Tische und Bänke bilden das Klassenzimmer. Das Mobil ist ein kleiner Bus, der dem Naturschutzbund gehört und der mit vielen Dingen für die Erkundung der Natur ausgerüstet ist. Der Obst- und Gartenbauverein Hasborn-Dautweiler hat das Mobil für einen Tag in den Gärtnertreff bestellt, um möglichst vielen Kindern die Natur näher zu bringen und sie ihnen sichtbar zu machen. Der Lebensraum vieler kleiner Tiere in der Wiese, am Wegrain und im Wald ist nämlich oft erst auf den zweiten oder dritten Blick zu sehen. Und die vielen kleinen Tiere, die dort leben, natürlich auch.Das alles wollen die Grundschüler an diesem Tag einmal genau wissen. Martin Lillig macht sich mit einer Gruppe auf den Weg ins nahe Wiesengelände. Mit Fangnetzen und Plastikbehältern mit eingebauten Lupen folgen sie ihm im Gänsemarsch. Lillig selbst hat einen runden Klopfschirm und ein Stück Holz dabei. "Mit dem Holz schlage ich an einen Baum. Dann fallen die Raupen auf den Schirm, und man muss sie nicht mehr mühsam im Gras oder im Laub suchen", erklärt er diese Fangmethode. Im Wiesengelände zeigt er den Kindern, wie das Fangnetz durch die hohen Gräser geschwungen wird und wie dabei die verschiedensten Kleintiere "eingesammelt" werden. Ein Kind hat eine Libelle erwischt und setzt sie in den Behälter. "Ihr braucht keine Angst zu haben: Libellen stechen nicht, auch wenn die Leute das manchmal behaupten", erzählt Martin Lillig und berichtet vom Leben dieser Tiere. In einem anderen Netz tauchen eine Blattwanze und ein Schnellkäfer auf. Zu jedem Tier weiß der Fachmann der Natur etwas zu sagen.Nach der Exkursion geht es zurück zum KunterBundmobil, wo Stereolupen, Mikroskope und ein Bildschirm auf die Kinder warten. Steffen Potel gibt Anleitung, wie die Geräte genutzt werden. Unter den Lupen und Mikroskopen werden die gefangenen winzigen Tiere plötzlich riesengroß - es sind Erlebnisse pur mitten in der Umwelt, in der die Kinder leben. Nach den Erstklässlern kommen auch die Klassenstufen zwei bis vier an die Reihe. Zusammen mit den Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten machen rund 200 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren diesen ganz besonderen Naturkundeunterricht mit. gtr