| 20:42 Uhr

Multivisionsshow
Großes Spektakel am Schaumbergturm

Eine faszinierende Lichtershow mit Musik und Texten stellte das Wirken eines großen Afrikaners dar.
Eine faszinierende Lichtershow mit Musik und Texten stellte das Wirken eines großen Afrikaners dar. FOTO: B&K / Bonenberger/
Tholey. Die Künstlergruppe Die Redner würdigte auf eindrucksvolle Weise das Leben von Léopold Sédar Senghor. Von Marion Schmidt

Der Schaumbergturm war am Freitag Schauplatz einer einzigartigen Multivisionsshow, die von Licht-, Ton- und Bildeffekten lebte. Die Künstlergruppe Die Redner präsentierte zum dritten Mal eine Performance als Beitrag zu einer friedenspolitischen Diskussion. Das Thema in diesem Jahr war „Senghor – Wie Afrika klingt“. Im Mittelpunkt der Inszenierung stand der senegalesische Dichter, Präsident und Friedensnobelpreisträger Léopold Sédar Senghor.


Der Schaumbergturm, sonst Aussichts- und Ausstellungsplattform, wurde Projektionsfläche einer aufwendigen Inszenierung. Dabei verlangte der Turm eine Umkehr des klassischen querformatigen Leinwandformates hin zu einer Präsentation im Hochformat. Was von der Künstlergruppe exzellent gelöst wurde. Die Bildmotive fügten sich stimmig in die hochaufwachsende Architektur des Turmes ein. Die vielen kleinen Turmfenster wurden Teil der Projektion und erschienen sprichwörtlich wie ein Schaufenster auf der Bühne der Weltpolitik oder gar wie stumme Beobachter. Da die eigentliche Performance der Redner sich erst mit Einbruch der Dunkelheit entfalten konnte, eröffnete die Landesschüler-Bigband Jazz Train unter der Leitung von Matthias Ernst und Frank Hahnhaußen das Programm. Getragen von jazz- und soulangehauchten Rhythmen war der Auftritt eine passende Ouvertüre zur Performance der Redner. Noch während des Spiels der Schülerband tauchte der Schaumbergturm allmählich in rötliches Licht.

Dann begann die Senghor-Performance der Redner. Eingetaucht in die Illumination des Schaumbergturmes mit wechselndem Farbspiel wurden in  eineinhalb Stunden die wichtigsten Stationen aus dem Leben Senghors in Wort-, Foto- und Videosequenzen auf die Außenwand des Schaumbergturms projiziert. Im Mittelpunkt stand Senghor, dessen Leben und Wirken eng verknüpft ist mit den afrikanischen Wegen in die Unabhängigkeit. Afrika, Europa und die Karibik sind in der Inszenierung Schauplätze des Geschehens. Mal werden die Lebensstationen als von den Rednern moderierte Tagesschaubeiträge an die Wand geworfen, mal die Schlagzeilen früherer Zeitungsartikel oder historisches Bildmaterial. So bringen Originaltöne und Schwarzweißfotos die Zeit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in Erinnerung. Senghor nahm die Auszeichnung als erster Afrikaner 1968 in der Frankfurter Paulskirche entgegen. Die Redner erinnerten  auch an die studentischen Proteste vor der Paulskirche mit dem  Politiker Daniel Cohn-Bendit. Dazwischen erschienen immer wieder in großen Lettern Zitate aus Senghors Reden oder Gedichten. Imposant ist die Projektion eines Schauspielers auf die Turmfassade. Mal überdimensioniert, mal im kleinen Format entrückt oder mehrfach gespiegelt, zitiert der Protagonist eindringlich in klarer Sprache aus Goethes Faust.



Es wurde außerdem ein lebhaftes Bild wiedergegeben eines afrikanischen Landes, in dem Tänze, Musik und die Erzählung prägende Elemente der Kultur sind. Mit afrikanischen Dichtern, Musikern und Tänzern aufgenommene Film- und Bildszenen runden die Präsentation zu einem Gesamtkunstwerk ab. Florian Penner und Oliver Strauch, die kreativen Köpfe der Künstlergruppe Die Redner, begleiteten die Performance musikalisch mit ihrem Team. Sie setzten mit Bassgitarre, Schlagzeug, Saxophon und Kontrabass dramatische und poetisch-klingende Akzente. Typisch afrikanische Schlaginstrumente begleiteten den Sound und ließen die afrikanische Kultur stimmungsvoll erklingen.