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Feuerwehren freunden sich mit Leitstelle Winterberg an

Tholey. Das neue Leitstellen-Gesetz soll noch im März im Landtag beraten werden. Dass die von den Landkreisen betriebene Leitstelle auf dem Winterberg die meisten Feuerwehren im Land alarmiert, wird mittlerweile akzeptiert. frf/red

Gespannt haben die Delegierten des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) darauf gewartet, was ihr Vorsitzender Detlef Köberling bei der Verbandsversammlung in Tholey-Sotzweiler zur Integrierten Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg sagen würde. Die Leitstelle ist - außer für den Regionalverband Saarbrücken - mittlerweile die Einsatzzentrale für die Feuerwehren im Land. Weil Köberling am Samstag wegen Krankheit ausfiel, verlas sein Stellvertreter Rembert Konter dessen Stellungnahme. Konter im Namen des LFV-Chefs: "Die Grundsatzforderung, die Abfrage der Notrufnummer 112 in die Hände der Berufsfeuerwehr zu geben, hat sich geändert." Bereits vor der Tagung hatte Köberling angedeutet, dass sich die Meinung in den Feuerwehren nach anfänglichen Zweifeln geändert habe und man mit der Alarmierung durch die Winterberg-Leitstelle "im Großen und Ganzen" zufrieden sei (die SZ berichtete).

Die Forderung des Verbandes von 2009, die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr anzusiedeln, strichen die Delegierten daher auf Antrag der Feuerwehren aus dem Landkreis St. Wendel. Allerdings stimmten Vertreter aus dem Regionalverband, wo die Freiwilligen Feuerwehren auch künftig an der Alarmierung durch die Berufsfeuerwehr festhalten wollen, gegen den Antrag.

Nach langwierigen Debatten um die Leitstelle will die große Koalition dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), hinter dem die Landkreise stehen, die Zuständigkeit für die Alarmierung übertragen. Seine Leitstelle auf dem Winterberg hat diese Aufgabe bereits für fünf der sechs Landkreise übernommen. Noch nicht ganz klar ist, was das neue Gesetz für die städtische Berufsfeuerwehr bedeuten wird, der die Aufgabe der Alarmierung im ursprünglichen ILS-Konzept für alle Wehren im Land zugedacht war. Vize-Landtagspräsidentin Barbara Spaniol (Linke) kündigte eine Landtagsberatung noch im März an. Es hätten sich Dinge verändert, sagte Innen-Staatssekretär Christian Seel (CDU ). Man habe kein Problem damit, dass es der ZRF macht. "Der Vorteil einer Leitstelle muss der Zeitgewinn sein, letztendlich geht es um die Sicherheit der Bürger", sagte Landesbrandinspekteur Bernd Becker. Wenn alle Notrufe über die 112 auf dem Winterberg eingingen, sei dies ein entscheidender Zeitgewinn. 112-Notrufe aus dem Regionalverband werden, je nach Netz, derzeit noch von der Berufsfeuerwehr oder der Polizei angenommen - und nicht auf dem Winterberg wie bei den anderen Kreisen. Dies soll sich durch das Gesetz ändern.