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Fußball
Ex-Bundesliga-Profi wechselt in Bezirksliga

Das waren noch Zeiten: Vor zehn Jahren jubelte der damals 21-jährige Sebastian Reinert im Trikot des 1. FC Kaiserslautern.
Das waren noch Zeiten: Vor zehn Jahren jubelte der damals 21-jährige Sebastian Reinert im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. FOTO: Ronald Wittek / picture-alliance/ dpa
Scheuern. Die SG Scheuern-Steinbach-Dörsdorf hat für die kommende Saison einen prominenten Spielertrainer verpflich-  tet: Sebastian Reinert übernimmt dort die sportlichen Geschicke. Von Philipp Semmler

Für den 1. FC Kaiserslautern stand er als Fußball-Profi in der Bundesliga gegen den FC Bayern München, Borussia Dortmund und den FC Schalke 04 auf dem Feld. Jetzt soll er die Fußballer der SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf fit machen: Der aus Gronig stammende Sebastian Reinert wird in der kommenden Saison Spielertrainer beim Club aus der Bezirksliga St. Wendel. „Wir freuen uns riesig, dass wir Sebastian als Trainer verpflichten konnten. Denn wann kommt schon einmal ein Ex-Bundesliga-Spieler in die Bezirksliga?“, erklärt der SG-Vorsitzende Adrian Harasimiuc strahlend.



Der heutige 30-jährige Reinert lief in der Spielzeit 2005/06 14 Mal für Kaiserslautern in der Ersten Liga auf. Beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt am 3. Mai 2006 gelang ihm dabei sogar ein Treffer. Nach dem Abstieg der Pfälzer bestritt der Mittelfeld-Akteur noch 53 Zweitliga-Spiele für Lautern. Danach schnürte Reinert für den SV Wehen-Wiesbaden (3. Liga) und für die SF Lotte (Regionalliga West) die Schuhe. Im Sommer 2011 wechselte der Mittelfeld-Akteur zum FK Pirmasens, wo er in der Regional- und Oberliga Leistungsträger - und in der vergangenen Spielzeit auch Kapitän war.

Auch bis zum Ende dieser Runde ist der 30-Jährige noch beim FKP unter Vertrag. Doch bislang hat Reinert für die Pfälzer noch kein Saisonspiel bestritten. „Ich hatte zunächst Pfeiffersches Drüsenfieber. Als ich danach wieder fit war, zwangen mich Kniebeschwerden zu einer erneuten Pause“, berichtet der Mittelfeldspieler.

Vor allem wegen der Kniebeschwerden reifte bei Reinert dann der Entschluss künftig eine Stelle als Übungsleiter anzustreben. „In der Oberliga noch länger Fußball zu spielen wäre wegen meiner Kniebeschwerden eine Quälerei. Deshalb habe ich mich entschieden, mich nach einer Spielertrainer-Stelle umzuschauen“, so der ehemalige Bundesliga-Profi.

Reinert, der im Mai die Uefa-B-Trainer-Lizenz erwerben möchte, ergänzt: „Ich hatte mehrere Angebote von Verbandsligisten aus der Pfalz, aber auch von saarländischen Clubs. Aber irgendwie hat es nirgendwo so richtig gepasst.“Das änderte sich als Scheuern-Steinbach-Dörsdorf anfragte: „Dort habe ich mit der Vereinsführung direkt ein sehr offenes und ehrliches Gespräch gehabt. Das hat mich überzeugt“, sagt der 30-Jährige.

Mit Alexander Kotz wird übrigens auch der aktuelle Torwart-Trainer des FK Pirmasens Reinert im Sommer zum Bezirksligisten folgen. Der 37-Jährige wird bei Scheuern-Steinbach/Dörsdorf als Co-, Torwart- und Athletik-Trainer fungieren.

Reinert und Kotz wollen mit ihrem neuen Club dann auch gleich vorne mitspielen: „Das Team der SG ist entwicklungsfähig und wir kommen sicher nicht um auf den Plätzen drei bis zehn zu landen“, sagt Reinert. Zur Winterpause der aktuellen Spielzeit ist Scheuern-Steinbach/Dörsdorf Tabellen-Fünfter der Bezirksliga St. Wendel.

Reinert wird bei der Spielgemeinschaft übrigens die Nachfolge des langjährigen Spielertrainer Michael Petri (40) antreten. Der ehemalige Zweitliga-Spieler Petri hatte bereits bei seiner Vertragsverlängerung für die aktuelle Spielzeit angekündigt, dass er sein Engagement im Sommer 2018 beenden wird. Unter der Regie von Petri war der SV Scheuern 2013 Bezirksliga-Meister geworden.