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Ehrung
Ein Narr von echtem Schrot und Korn

Hans-Werner Strauß (links), Präsident der Karnevalsvereine im Saarland, ehrte Hans Albert Baus für seine 50-jährige Bühnenpräsenz und überreichte ihm eine Urkunde.
Hans-Werner Strauß (links), Präsident der Karnevalsvereine im Saarland, ehrte Hans Albert Baus für seine 50-jährige Bühnenpräsenz und überreichte ihm eine Urkunde. FOTO: Stefan Hell
Hasborn. Hans Albert Baus ist seit 50 Jahren dem Karneval treu ergeben und bis heute sehr aktiv. Von Stefan Hell

Auf fünf Jahrzehnte als aktiver Karnevalist kann Hans Albert Baus aus Hasborn zurückblicken. Kürzlich wurde der agile 68-Jährige auf der Kappensitzung des örtlichen Karnevalvereins vom Präsidenten der Saarländischen Karnevalsvereine, Hans Werner Strauß, für seine 50-jährige Bühnenpräsenz geehrt. „Das hatte ich eigentlich trotz all der Jahre, in denen ich jetzt im Karneval aktiv bin, nicht erwartet“, freut sich Baus, „denn es ist eigentlich kein Narrenjubiläum. Das wird mit Schnapszahlen, etwa mit 33, 44 oder 55 Jahren begangen.“


Die Begeisterung für den Karneval wurde Baus nach eigenen Worten schon in die Wiege gelegt. „Diese Ader habe ich von meiner Mutter geerbt, die Vorsitzende in der örtlichen Frauengemeinschaft war und über Jahre hinweg an Karneval in die Bütt ging“. Und an seinen ersten Auftritt kann er sich noch gut erinnern; „Das war im Februar 1968 im Gasthaus Zur Post. Mit meinen 17 Jahren bin ich damals mit einem Witzvortrag als älterer, verkappter Junggeselle aufgetreten“, erinnert sich Baus.

Von da an geht Hans Albert Baus Jahr für Jahr in die Bütt. Er ist für die örtlichen Fastnachter aktiv, die in verschiedenen Vereinen wie Männergesangverein, später Frauengemeinschaft und schließlich in der Gemeinschaft der Ortsvereine organisiert sind. Im Jahre 1999 wird der Ha-Dau-KV gegründet, der Karnevalverein Hasborn-Dautweiler. Baus zählt zu den Gründungsmitgliedern und ist bis heute der Präsident des Vereins. Darüber hinaus nimmt Hans Albert Baus aber auch lange Jahre das Amt des Sitzungspräsidenten wahr. Neben diesen Aufgaben lässt ihn nach wie vor das Büttenreden nicht los, außerdem singt er im sogenannten Hofchor der Kappensitzung mit.



„Über die Jahre hinweg habe ich mein Repertoire weiter ausgebaut, heute habe ich rund 25 000 Witze in meiner Sammlung“, erzählt Baus. „Meine letzte Büttenrede hatte ich vor drei Jahren, aber hinter den Kulissen bin ich weiterhin aktiv.“ Neben dem Präsidentenamt und organisatorischem Talent des Langzeitnarren setzt der Verein insbesondere auch auf dessen Erfahrung. „Die Bütt muss sauber bleiben, keine Angriffe unter die Gürtellinie“, ist die Devise von Albert Baus. Es sei zwar für einen Büttenredner alles von Interesse, was im Dorf passiere, allerdings müsse das Geschehen in die passenden Worte gekleidet werden. Dazu ist Baus heute noch im „Ausschuss Büttenreden“ des Karnevalvereins vertreten, der die geplanten Vorträge einer kritischen Prüfung unterzieht und jungen, unerfahrenen Büttenrednern helfend zur Seite steht.

Nach den Highlights in seiner Narrenkarriere befragt, erinnert sich Hans Albert Baus an einen seiner Vorträge vor einigen Jahren, in dem jedes Wort mit einem gesprochenen „F“ begann. „Das war damals ein Jux und über die Fastnachtstage wiederholt bei SR3 zu hören“, berichtet Baus voller Stolz. „Als Narr habe ich schon viele Rollen gespielt, aber ich war noch nie Karnevalsprinz“, witzelt der Senior. Wie er dazu weiter berichtet, findet sich in Hasborn seit vergangenem Jahr kein Prinzenpaar mehr. „Aber Spaß beseite“, so Baus abschließend, „in dieser Hinsicht sind die jüngeren Generationen gefordert, vor 30 Jahren aber wäre ich dabei gewesen“.