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Geschichtsorte im Landkreis St. Wendel
‚„Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“

Nikolaus Warken, Vorreiter der Arbeiterbewegung an der Saar und Gründer des Rechtsschutzvereins, wurde in Hasborn ein Denkmal gesetzt: Das sogenannte Eckstein-Denkmal, denn Eckstein war der Spitzname Warkens.
Nikolaus Warken, Vorreiter der Arbeiterbewegung an der Saar und Gründer des Rechtsschutzvereins, wurde in Hasborn ein Denkmal gesetzt: Das sogenannte Eckstein-Denkmal, denn Eckstein war der Spitzname Warkens. FOTO: Gerd Zöhler
Hasborn-Dautweiler. Ein Denkmal in Hasborn erinnert an „Eckstein“ Nikolaus Warken, ein Vorreiter der Arbeiterbewegung an der Saar. Von red

Er war Bergmann, Vorkämpfer für die Rechte der Arbeiter an Blies und Saar, Streikführer, Mitgründer der ersten Gewerkschaft im Saargebiet, er wurde entlassen und mehrmals inhaftiert: Nikolaus Warken. Ein berühmter Sohn des Ortes Hasborn-Dautweiler. „Nikolaus Warken wurde 1851 in Hasborn geboren. 1889 gründete er den so genannten Rechtsschutzverein. Mit Mut und Energie setzte er sich als Vorsitzender des Vereins für die Belange der Bergarbeiter ein“, erläutert Gerd Zöhler vom Historischen Verein Hasborn-Dautweiler.


Warkens Spitzname: Eckstein. Sein ältester Sohn Michael erklärte es einmal so: Eines Tages, nach acht beschwerlichen Stunden Schufterei unter Tage, legte er mit seinen Kumpels die Arbeit nieder und spielte Karten. Jedoch dauerte eine Schicht zwölf Stunden. Der Steiger kam, wütete, verbot das Spiel, mahnte, die Arbeit wieder aufzunehmen. Zöhler: „Warken meldete gerade einen Trumpf und schrie laut: ‚Eckstein ist Trumpf! Das Kartenspiel geht weiter, wir haben unsere Arbeit für heute erledigt!‘ Von da an wurde er Eckstein genannt.“

Warken starb 1920 in Hasborn, wurde auf dem einstiegen Friedhof in der heutigen Römerstraße beigesetzt. 1921 wurde auf seiner Grabstätte ein Ehrenmal errichtet. Bis zu 12 000 Bergleute aus dem Saarrevier und Lothringen waren dabei.



1989, zur 100-Jahr-Feier der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie, einer Nachfolgeorganisation des Rechtsschutzvereins, wurde das Ehrenmal versetzt und umgestaltet, später um Kohlewagen und Seilscheibe ergänzt. ‚„Der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Dem wackeren Vorkämpfer für unseres Standes Schutz und Recht“ ist auf dem Denkmal zu lesen. Ein Ensemble, das an einen Vorreiter der Arbeiterbewegung erinnert. Ein Geschichtsort im Landkreis St. Wendel.

Zöhler: „Das Denkmal besteht aus schwarzem Granit. Auf einer Relieftafel ist Warken abgebildet, der mit einer Fackel der aufgehenden Sonne entgegengeht, dabei durch Gestrüpp und Gestein schreitet, sich von seinen Fußfesseln löst.“ In Hasborn erinnert auch die Ecksteinstraße an Warken. Ebenso ein Plastik am Alten Rathaus, einer einstigen Schule. Hier hat auch der Historische Verein Hasborn-Dautweiler seinen Sitz.

1984 gegründet, beackern die aktuell 46 Mitglieder viele Themen: die Orts- und Kirchengeschichte wird erforscht und dokumentiert, aber auch mit der Familienforschung, der Archäologie, Mineralogie, Geologie, dem heimischen Brauchtum und der Mundart beschäftigt sich der Verein. Zudem werden Fotos gesammelt und digitalisiert, Akten ebenso. Wanderungen und Lesungen, Vorträge und Diskussionen stehen auch auf dem Programm. Und Publikationen. Zöhler: „Im kommenden Jahr bringen wir einen umfangreichen Band zur Familienforschung heraus. In zwei bis drei Jahren erscheint das neue Heimatbuch. Das basiert zwar auf dem 1964 erschienenen Heimatbuch, wird aber viele neue Erkenntnisse und Informationen zu unserem Heimatort enthalten, der schließlich mittlerweile knapp 1050 Jahre alt ist.“ Alle Infos zum Verein gibt es auch online.

Der YouTube-Kanal des Landkreises mit Videos zu den Geschichtsorten findet sich unter: https://www.youtube.com/channel/UCF9sq51TlbaRMWx9ePIRzog.