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| 20:20 Uhr

Mundart
Die Kultur lebt auf dem Schaumberg

Die Mizzies traten im neuen Kuppelzelt auf dem Schaumberg auf.
Die Mizzies traten im neuen Kuppelzelt auf dem Schaumberg auf. FOTO: Marion Schmidt
Tholey. Die Veranstaltungsreihe „Der Schaumberg ruft“ startet am Mittwoch mit Musik und Liedern auf Mundart. Von Marion Schmidt

Musik und Lieder in saarländischer Mundart eröffneten am Mittwoch die Veranstaltungsreihe „Der Schaumberg ruft“. Unter dem Titel „Onner uus“ interpretierten zwei saarländische Bands bekannte Songs der Rock- und Popgeschichte in ihrem Heimatdialekt. Aufgrund der für diesen Tag angekündigten Unwetter fand das Konzert im neuen Himmelszelt auf dem Schaumbergplateau statt. Christian Waap, Bassist der Band Mizzies, staunte über das neue Eventzelt: „Der Soundcheck in diesem Kuppelraum ist eine besondere Herausforderung.“

Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) begrüßte die Besucher passend zum Thema in saarländischer Mundart: „Hier im Zelt sinn mir im wahrschden Sinnes des Wortes onner uus.“ Inspiriert von der Kölner Musikszene und den musikalischen Gartenfesten von Dennis W. Ebert, bekannt als Eddi Zauberfinger, hatte Leo Bard vor Jahren die Idee zu diesem Veranstaltungsformat auf dem Schaumberg: „Ganz im Sinne des Kölschen mir sin mir soll hier das saarländische Selbstbewusstsein mit unserem Dialekt auf der Bühne präsentiert werden.“

Beide Bands haben Bards Gedanken an diesem Abend bestens in die Tat umgesetzt und das Publikum begeistert. Den Auftakt machte die Saarbrücker Band MIzzies. Die vier Musiker gaben bekannte Songs wie „I shot the Sheriff“ oder „Alice“ auf saarländisch zum Besten. Begleitet von ihren Musikern Christian Waap, Tom Konz und Andreas Heinen, rockte vor allem Frontfrau Martina Groß die Bühne. Souverän tänzelte sie mit ihrer Stimme zwischen Pop, Swing, Blues und Reggae umher. Mal frech-frivol, nachdenklich oder einfach nur witzig, mit ihrer temperamentvollen Performance hatte sie das Publikum schnell für sich eingenommen. Unter dem Titel „Er hat die Freck“ sang sie mit einem kräftigen Hauch von Jazz und Groove über das Leid einer Männererkrankung. Mit dem Pop-Song „Alice“ erzählte sie von der Schulzeit in Lebach. Das Publikum, mehr als 100 Besucher in und vor dem Himmelszelt, war begeistert und ließ sich nur zu gern bei dem einen oder anderen Song zum Mitsingen animieren.

Auch die zweite Band des Abends, AKussDich interpretierte einige Klassiker in ihrer saarländischen Muttersprache. Die vier aus dem Landkreis St. Wendel stammenden Musiker M Werner Pack, Guido Becker, Burkhard Schiffler und Manfred Gabler — sind überzeugte Saarländer.

Auf dem Programm standen unter anderem Hits von Udo Lindenberg, AC/DC, Wolf Mahn und Bob Dylan. Als eine Art Liebeserklärung an ihre Heimat im nördlichen Saarland kann der Titel „Newel am Schambersch“, interpretiert auf den bekannten Deep Purple-Song „Smoke on the Water“, verstanden werden. Das Publikum fühlt sich geschmeichelt. „Der Schaumberg ist unser erweitertes Wohnzimmer. Wir besuchen viele Veranstaltungen hier oben. Wir sind vor allem große Freunde von saarländischer Mundart auf der Bühne“, verrät Erwin Saar.

Seine Ehefrau Hildegard ergänzt: „Mundart vermittelt einem das Gefühl von Geheischnis. Unsere Töchter sind mittlerweile in Dortmund und Berlin zu Hause. Wenn sie aber zu uns kommen, sagen sie liebevoll – mir kumme hemm. Vieles, was an emotionaler Bedeutung im Saarländischen mitschwingt, kann man im Hochdeutschen einfach nicht ausdrücken.“

So passte es nur zu gut, dass zwischen den Auftritten der Bands der saarländische Mundartdichter Günter Hussong als „De Plattmacher“ auftrat und als charmanter und wortwitziger Verfechter des Dialekts seine Alltagsansichten zum Besten gab.