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Fußball
Aus den USA in den Abstiegskampf

Johannes Geßner (rotes Trikot), hier gegen den Tus Herrensohr, war fünf Monate lang mit einem Fußball-Stipendium in den USA. Seit seiner Rückkehr spielt er für den Saarlandligisten SV Rot-Weiß Hasborn.
Johannes Geßner (rotes Trikot), hier gegen den Tus Herrensohr, war fünf Monate lang mit einem Fußball-Stipendium in den USA. Seit seiner Rückkehr spielt er für den Saarlandligisten SV Rot-Weiß Hasborn. FOTO: B&K / Bonenberger/
Hasborn. Johannes Geßner ist derzeit der Dauerbrenner beim SV Hasborn. Der 19-Jährige stand bislang in allen Partien 90 Minuten lang auf dem Platz. Von Philipp Semmler

Wenn Fußball-Saarlandligist SV Rot-Weiß Hasborn an diesem Samstag um 14.30 Uhr zu Hause den Tabellendritten SV Auersmacher empfängt, dann könnte Johannes Geßner eine beeindruckende Serie fortsetzen: Der 19-Jährige stand bislang in allen sieben Partien des neuen Jahres von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Feld – ein echter Dauerbrenner also.


„Dass ich soviel spiele hatte ich zwar gehofft, richtig erwartet habe ich es aber nicht“, erklärt der linke Außenverteidiger des SV mit strahlendem Gesicht. Denn in der Hinrunde hatte der 19-Jährige, der vor der Runde aus der eigenen Jugend (JFG Schaumberg-Prims) in den Saarlandliga-Kader aufrückte, noch kein einziges Spiel für seinen Heimatverein bestritten. Das hatte aber auch einen einfachen Grund: Geßner war nämlich gar nicht da.

„Ich war für fünf Monate mit einem Fußball-Stipendium in den USA“, erzählt der aus Hasborn stammende Defensiv-Akteur. Wenige Monate nach dem Abitur machte sich Geßner auf den Weg über den großen Teich um dort für ein Semester lang Psychologie zu studieren – und gleichzeitig für die „Middle Georgia State University“ in Macon die Fußballschuhe zu schnüren.



„Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung“, sagt Gessner. „In meinem Fußball-Team waren Leute aus zehn verschiedenen Nationen, beispielsweise aus Ecuador, El Salvador und Jamaica.“ Anfangs hatte der 19-Jährige noch ein paar Verständigungsprobleme – auch mit den Einheimischen. Und das obwohl er der englischen Sprache mächtig ist. „Dort wird aber ein krasser Dialekt gesprochen. Nach einem Monat ging es aber “, erzählt er und lacht.

Und wie lief es sportlich für ihn in den USA? „Wir haben die Play-Offs erreicht, dort war aber in der ersten Runde Schluss“, erzählt der Abwehrspieler. „Das körperliche Niveau in der Liga war vergleichbar mit der Saarlandliga. Spielerisch war es aber etwas geringer.“

Und es gab noch einen weiteren Unterschied zur Spielklasse in der Heimat. „Für die Auswärtsspiele hat man manchmal zehn Stunden im Bus gesessen. Da ist es in der Saarlandliga doch angenehmer.“

Bei den weiten Reisen lernte er aber auch einige bekannte Städte wie Atlanta oder Nashville in Tennessee kennen. In Atlanta fanden 1996 die Olympischen Sommerspiele statt. Nashville gilt als Hauptstadt der Country-Musik. Private Reisen führten den SV-Akteur zudem noch nach New York und Boston.

Seit seiner Rückkehr aus den USA kämpft Geßner nun mit Hasborn in der heimischen Liga um den Klassenverbleib. Vor dem Duell gegen Auersmacher steht der SV als Tabellen-14. nur ganz knapp vor der roten Linie. Geßner, der seinen Vertrag schon in der Winterpause verlängert hat, ist aber optimistisch, dass sein Club auch kommende Runde noch in der höchsten saarländischen Spielklasse vertreten sein wird. Er erklärt: „Ich bin überzeugt, dass wir drin bleiben. Unsere Mannschaft ist stark genug um die Klasse zu halten.“