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Fußball
Absteiger Hasborn sucht neuen Trainer

Michael Warschburger, seit der Winterpause Übungsleiter der Rot-Weißen, gelang es nicht, den SV Hasborn vor dem Abstieg zu retten. Am Montag trennten sich nun die Wege von Trainer und Verein.
Michael Warschburger, seit der Winterpause Übungsleiter der Rot-Weißen, gelang es nicht, den SV Hasborn vor dem Abstieg zu retten. Am Montag trennten sich nun die Wege von Trainer und Verein. FOTO: Barth Rudolf / Rudolf Barth
Hasborn. Michael Warschburger ist seit Montagabend nicht mehr Trainer von Fußball-Saarlandligist SV Hasborn. Nach eingehender Analyse der Saison, in der Hasborn aus der Saarlandliga abstieg, trennten sich der Club und der Übungsleiter. Von Philipp Semmler

Seit Samstagnachmittag steht es endgültig fest: Der SV Hasborn steigt aus der Fußball-Saarlandliga ab. Da Borussia Neunkirchen in der Aufstiegsrunde zur Oberliga scheiterte, muss der SV als Drittletzter der Saarlandliga den bitteren Gang in die Verbandsliga Nord-Ost antreten. Erstmals seit dem Jahr 1976 ist der SV damit nicht mehr in der höchsten saarländischen Spielklasse oder in der Oberliga vertreten.


Zwei Tage nachdem der Abstieg endgültig besiegelt war, haben sich am Montagabend Trainer Michael Warschburger und der Verein in beiderseitigem Einvernehmen getrennt. Die Initiative zu diesem Schritt ging vom Verein aus. Dies bestätigt Sportvorstand Tobias Scholl gegenüber der SZ. „Wir haben mit der sportlichen Leitung die vergangene Saison in mehreren Sitzungen analysiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir den Reset-Knopf drücken wollen“, sagt Scholl. Ein neuer Trainer soll für frischen Wind sorgen.

„Aus meiner Sicht ist dieser Schritt nachvollziehbar und in Ordnung. Wenn der Verein etwas Neues ausprobieren will, möchte ich dem nicht im Wege stehen“, erklärt Warschburger. „Die Trennung ist auch sauber abgelaufen. Es gibt keine schmutzige Wäsche zu waschen. Ich gehe auch nicht mit geballter Faust in der Tasche.“

Nachdem es in Hasborn jahrzehntelang keinen einzigen vorzeitigen Trainerwechsel gab, hatte der Club im Abstiegsjahr gleich drei Übungsleiter. Von Mathäus Gornik trennte sich der SV nach einer 1:2-Derbyniederlage beim VfL Primstal am 14. Oktober 2017. Bis zur Winterpause übernahm Bernd Gries interimsweise. Danach stand Warschburger in der sportlichen Verantwortung. Von den drei Übungsleitern hatte Gries mit 1,3 Zählern den besten Punkteschnitt vor Warschburger (1,14) und Gornik (0,92).

Keiner der drei schaffte aber die Wende zum Guten. Im Endeffekt waren die 37 Punkte, die am Saisonende zu Buche standen, zu wenig um in der Liga zu bleiben. Wegen des ganz knapp verlorenen direkten Vergleichs gegenüber dem punktgleichen FV Schwalbach (2:1 und 1:3) muss Hasborn nun eine Liga runter.



Wer nun in der Verbandsliga als Trainer die Mission Wiederaufstieg leiten soll, steht noch nicht endgültig fest. „Wir haben einen Kreis von Kandidaten. Konkrete Gespräche gab es aber noch nicht“, so Scholl. Die sollen aber zeitnah stattfinden, da bereits in etwas mehr als 14 Tagen die Vorbereitung auf die neue Runde starten soll. Scholl: „Wir wissen, dass wir deshalb schnell eine finale Entscheidung treffen müssen.“

Doch egal, wer neuer Trainer wird. In die Saarlandliga zurückzukehren, dürfte für Hasborn schwer werden. Denn der Kreis der Aufstiegsanwärter in der Verbandsliga Nord-Ost ist kommende Saison so groß wie selten zuvor. „Ich schätze diese Klasse nächste Saison als bärenstark ein“, erklärt Scholl.

Denn auch die SG Lebach-Landsweiler, die ebenso wie Hasborn aus der Saarlandliga abstieg, will direkt wieder hoch. Dazu hat sich Verbandsliga-Vizemeister SV Bliesmengen-Bolchen, der im Aufstiegsspiel zur Saarlandliga scheiterte, noch einmal verstärkt. Ebenso wie der Tabellendritte SG Marpingen-Urexweiler, der unter anderem Top-Torjäger Björn Recktenwald verpflichtet hat. Auch die SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim will mit ihrem neuen Trainer Peter Rubeck oben angreifen.

Der SV Hasborn hat Torhüter Pascal Blass vom Oberligisten FC Hertha Wiesbach verpflichtet. Blass war bei der Hertha zweiter Schlussmann hinter Julian Wamsbach. Steven Bruni wird den Club dagegen verlassen. Er will zu einem Verein nach Mannheim wechseln, wo er studiert.