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Polizei-Statistik
St. Wendel bleibt sicherster Landkreis

Martin Walter, Chef der St. Wendeler Polizeiinspektion.
Martin Walter, Chef der St. Wendeler Polizeiinspektion. FOTO: Feller / Feller/Polizei
St. Wendel. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2016 für den Landkreis St. Wendel liegt vor. Ein Blick in das Zahlenwerk. Von Evelyn Schneider

Die gute Nachricht vorweg: Der Landeskreis St. Wendel ist weiterhin die sicherste Region im Saarland. Und das, obwohl für das Jahr 2016 – entgegen des landesweiten Trends – eine Zunahme von Straftaten zu verzeichnen war. Wie dies zu bewerten ist, erläutert Polizeirat Martin Walter im SZ-Gespäch.



Im kompletten Saarland wurden im vergangenen Jahr 76 981 Straftaten registriert, 1012 weniger als noch 2015. Entgegen diesem Landestrend gebe es im Landkreis St.Wendel einen moderaten Anstieg in Sachen Kriminalität. 3566 Straftaten wurden 2016 erfasst. Das ist ein Plus von 274. Um diese Zahlen einordnen zu können, erinnert der St. Wendeler Polizeichef daran, dass die Statistik „einen Ausschnitt der Wirklichkeit“ darstelle. „Sie bildet das ab, was registiert wird“, präzisiert Walter. Aber dann gibt es noch eine Zahl X der unentdeckten Verbrechen. „Es ist unser Ziel, möglichst viele Straftaten zu erkennen“, betont der Polizeirat. Durch das Brennpunkt-Konzept, das bestimmte Örtlichkeiten in den Fokus rückt, und die 18 neuen Beamten der Operativen Einheit, die seit vergangenen Oktober im Einsatz sind, zeige die Polizei deutlich mehr Präsenz. Und so können auch mehr Straftaten von den Beamten entdeckt werden, was sich wiederum in Zahlen in der Kriminalstatistik niederschlägt. Der St.Wendeler Polizei-Chef freut sich über eine Aufklärungsquote von 55,6 Prozent – das ist ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber 2015.

Lediglich 4,6 Prozent der im Saarland registrierten Strafttaten wurden im Landkreis St. Wendel verübt. Spitzenreiter der Statistik ist der Regionalverband Saarbrücken mit 43 Prozent. Den Ruf der sichersten Gemeinde im Landkreis St. Wendel hat sich Oberthal zurückerobert. Nachdem 2015 noch Marpingen das Schlusslicht bildete – übrigens nicht nur im St. Wendeler Land, sondern im ganzen Saarland – hat die Position 52 von 52 Kommunen nun wieder Oberthal inne. Im unteren Drittel sind im landesweiten Vergleich in Sachen Kriminalität auch die Gemeinden Freisen, Nonnweiler, Tholey, Marpingen und Namborn zu fiden. Ausreißer sind die Kreisstadt St. Wendel auf Platz zwölf und Nohfelden auf Platz 26. Bei letzterer Kommune spiele der Tourismus eine Rolle bei der Platzierung.



Einmal mehr bleibt eine Spalte im Zahlenwerk der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im St. Wendeler Land leer: Es gab 2016 keine Fälle von Mord oder Totschlag. Stattdessen beschäftigten unter anderem Körperverletzungen (390 Fälle), Sachbeschädigungen (462) oder Diebstähle (666) die Beamten.

Wo Taten, da auch Täter. Was sagt die Statistik über diese aus? 2016 sind im Landkreis St. Wendel 50 Kinder und 153 Jugendliche bei Straftaten erwischt worden. Außerdem gebe es noch die Gruppe der Heranwachsenden: 144 sind im vergangenen Jahr straffällig geworden. Die meisten Delikte gehen auf das Konto von Erwachsenen: 1188 Täter aus dieser Gruppe sind erfasst. Wer diese Zahlen addiert, kommt nicht auf die 3566 registrierten Straftaten im Landkreis. Die Erklärung liegt auf der Hand. „Ein Täter wird nur einmal in der Statistik erfasst, auch wenn er mehrere Straftaten begeht“, erläutert Martin Walter. Viele der Gesetzesbrecher seien der Polizei bereits bekannt,  2016 kamen neue Täter hinzu.